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Donnerstag, Januar 23, 2014

Archiv: Ois Essen mit Olga

(Ein Blogbeitrag vom 23. Juni 2006)

Seit wir im letzten Jahr davon sprachen oder in der digitalen Kommunikation schrieben, dass zu unserer Fahrt nach Finnland auch ein Abstecher nach Tallinn gehören sollte, lief dies unter dem running-gag Ois Essen mit Olga.
Am 9. Juni 2006 war es soweit. Sechs von uns sieben sind mit einem Vanille-Eis vor einem estnischen Supermarkt zu sehen - die siebte Person machte das Foto.

Sonntag, Oktober 07, 2012

Archiv: Fremde Sprache im Urlaub hier Finnland

(Blog-Archiv: Ein Beitrag vom 21. Juni 2006)

Zu einem perfekten Urlaub gehört auch, dass selbst unter Menschen einfach einmal die Augen geschlossen werden können und der Kopf auf Durchzug gestellt wird. Fremde Sprachen um einen herum erleichtern dies ungemein, Sprachen der finno-ugrischen Sprachfamilie sind hierfür bestens geeignet.
Auf einen Gang durch Helsinki oder Espoo geben die Texte der Plakate und Schilder oftmals keinen Hinweis darauf, worum es sich handelt. Innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie gibt es eine so große Schnittmenge zum Deutschen und den 1-2 Fremdsprachen, die man versteht, dass die meisten Texte im Ansatz verständlich sind.
Eine richtig fremde Sprache ist erholsam für den Kopf. Alleine unter Menschen und die Neugier, die sonst hier und dort etwas aufschnappt, hat keine Chance. Ohne direkte Fragen ist wenig zu erfahren. Und wenn gar nicht erst gefragt wird, dann verbleiben nur Melodie und Rhythmus der gehörten Sprache. Im Finnischen liegt übrigens die Betonung auf der ersten Silbe.

Freitag, März 12, 2010

Archiv: Grüne Politik in Finnland - Pro Atomkraft

(ARCHIV: Blogeintrag vom 6. Februar 2008)

Der Klimaschutzbeauftragte der finnischen Regierung
Oras Tynkkynen befindet sich zur Zeit auf einer Reise durch Deutschland und äußert sich als Politiker der Grünen in einem Interview in der taz zu dem Dilemma, dass die finnische Regierung und Atomlobby den Neubau eines AKWs u.a. mit dem Klimaschutz begründet.
Wenn man die verschiedenen aktuellen Indikatoren (z.B. Energieverbrauch pro Kopf) nimmt, steht Finnland plötzlich nicht mehr als Musterland dar (Deutschland ja auch nicht!). Ein steigender Energieverbrauch wurde bis Ende des 20. Jahrhundert als ein positiver Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung angesehen. Seit den 1990-er Jahren gab es zunächst nur eine Debatte, die längst in die konkrete Politik gegangen ist, die Energiesparen als den wichtigsten Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz in den postindustriellen Ländern betrachtet.
An Finnland scheint diese Debatte vorbeigegangen zu sein.
Oras Tynkkynen verweist darauf:
Für große Teile der finnischen Wirtschaft sind Energiekosten wichtiger als Lohnkosten. Ihre Belange haben lange Zeit die Debatte dominiert. So denken die meisten nur darüber nach, wie Strom billig bleibt - und nicht darüber, Emissionen zu mindern. Energiepolitik dreht sich in Finnland vor allem um den Ausbau der Atomenergie. (Quelle: taz, 6. Februar 2008)
Interessant ist vor allem, wie er begründet, dass die öffentliche Meinung in Finnland von einer atomkritischen Mehrheit nach Tschernobyl zu einer Pro-AKW-Stimmung umschwenkte. Die Atom-Lobby hat aus ihren Fehler gelernt und nun loben Frauen in den Medien AKWs:
Atomkraft ist sicher, Atomkraft schützt das Klima, Atomkraft sichert die Zukunft ihrer Kinder - damit argumentieren sie. Und sie geben sich verständnisvoll gegenüber den Kritikern. Sie sagen, natürlich ist Windkraft gut, und wir brauchen sie auch. Sie loben regenerative Energien. Und dann fügen sie hinzu: Aber wir brauchen auch die Atomkraft, damit Finnland unabhängig bleibt. (Quelle: taz, 6. Februar 2008)
Mit ähnlichen Charmeoffensiven versucht auch unsere Atommafia die öffentliche Meinung in Deutschland zu verändern und sie scheinen erfolgreich zu sein. Pro und Contra Atomstrom war in Deutschland in den letzten Jahrzehnten stets gleichauf. Die Formulierung in einer Meinungsumfrage war stets entscheidend, ob gerade mal 50-60 Prozent gegen Atomkraftwerke oder für Atomkraft waren.
Ich habe viele Ergebnisse solcher Meinungsumfragen gelesen und seitdem selbst prominente Politiker der Grünen keine entschiedenen Gegner der Atomkraft mehr sind, werden Mehrheiten gegen Atomkraft nur noch nach katastrophalen Meldungen festgestellt (zuletzt Dezember 2007: Signifikant höhere Leukämieraten in der Nachbarschaft der AKWs; Folgen von Niedrigstrahlung und angeblich ungefährlichen Pannen im Betrieb).
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Meanwhile, schöne Fotos aus Finnland von Mikael Rantalainen finden sich hier