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Sonntag, Oktober 07, 2012

Archiv: Google Epic2015

(Blog-Archiv: Ein Beitrag vom 18. März 2006)

Verschwörungstheorien sind ja soo überzeugend!

Epic2015 ist in der deutschen Version sehenswert. Diese Interpretation der weiteren Entwicklung der Internet-Informationsdienstleistungen und des Kampfes zwischen Microsoft auf der einen Seite und Google und Amazon auf der anderen Seite ist provozierend bis paranoid.
Das englische Original findet sich hier, aber es gibt auch wie erwähnt bereits eine deutsche Übersetzung. Wenn jemand nur eine Modemverbindung hat, kann auch der komplette gesprochene Text von Robin Sloan und Matt Thompson in deutscher Übersetzung in meiner Zeitung nachgelesen werden.

Samstag, Dezember 10, 2011

Archiv. Atlas der Globalisierung

Archiv. Dieser Beitrag vom 1. Januar 2007 wurde vom aktuellen Blog hier ins Archiv verschoben.

LE MONDE diplomatique hat zum zweiten Mal den Atlas der Globalisierung. Die neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt herausgegeben. Dies ist ein Nachschlagewerk, das in keiner Handbibliothek fehlen sollte. Bereits 2003 erschien der erste Atlas der Globalisierung mit den Untertitel. Erdöl – Menschen – Waffen – Wasser – Geld – Netze – Grundrechte. Dies ist keine Neuauflage mit einigen Aktualisierungen, sondern ein neuer Atlas mit anderen Themenschwerpunkten und vollständig neu gestalteten Karten und Diagrammen.

Der auch für die UN arbeitende Kartograph Philippe Rekacewicz schafft hier oftmals neue Einblicke. Alleine die Verschiebung des Blickwinkels, wie er auch in The Times Atlas of World History gepflegt wurde, schafft neue Einsichten und fördert das Verständnis komplexer Sachverhalte. Es werden nicht nur thematische Karten geboten, sondern für die Konfliktgebiete um Macht, Öl und andere Rohstoffe werden Details geboten, die selbst in guten Weltatlanten nicht zu finden sind. Die Aktualität spricht außerdem für sich. Straßen, Pipelines und andere Verkehrsverbindungen haben mehrmals Hinweise auf den Ausbauzustand.
Auf jeweils einer Doppelseite wird ein Thema dargestellt und erläutert. Mehr als 80 Teilthemen sind in den fünf Kapiteln "Bedrohte Umwelt", "Die neue Geopolitik", "Gewinner und Verlierer", "Ungelöste Konflikte" und "Der Aufstieg Asiens" zu finden. Mit Klaus Töpfer, Susan George, Johan Galtung finden sich prominente Autoren für die Einführungen in die Themen.

Und dann ist da der Preis. Der Atlas kostet nur €12,00 und ist hier zu bestellen oder ISBN-13 978-3-937683-07-2 im Buchhandel oder LE MONDE diplomatique - Kochstraße 18 - 10969 Berlin

Dienstag, Juni 22, 2010

Steinmeier redet sich heraus

[Blog-Archiv: 25. Januar 2007]

Wen wundert es, dass Frank-Walter Steinmeier sich bemüht, den Vorwurf, dass er und einige weitere Personen (zu den gestern bereits genannten kommt noch der Bremer Innensenator Thomas Röwekamp von der CDU hinzu, der aktiv den Widerruf der Aufenthaltserlaubnis betrieb) moralisch und politisch dafür verantwortlich sind, dass ein Unschuldiger mehrere Jahre in Guantanamo gefangen gehalten wurde, bestreitet. Er behauptet, dass es kein Angebot von der USA zur Freilassung von Murat Kurnaz gegeben hat. Das ist eine offensichtliche Lüge, aber in seinem anrüchigen Gewerbe gibt es auch keine Wahrheit. Wenn nun ein Ausschuß dies so klar feststellen würde, dann wäre seine Karriere beendet Und das wäre auch gut so.

Heute ein weiteres Zitat aus dem vertraulichen Bericht, der diesmal aus der Süddeutschen Zeitung stammt:
Ein ungenannter Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes schrieb am 26. September 2002 an seine Zentrale in Pullach bei München
„USA sehen die Unschuld von Kurnaz als erwiesen an. (...) Er soll in etwa sechs bis acht Wochen entlassen werden. Die deutschen Behörden werden vorab informiert, so dass seien Freilassung als von deutscher Seite erwirkt dargestellt werden kann.“
(Quelle, Süddeutsche Zeitung vom 24. Januar 2007)

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Menschen, die mich kennen, wissen, dass ich Lügen verabscheue.
Meine Universität hat(te) ein Motto, dass ich als einen Leitspruch sehe:

vitam impendere vero
(Das Leben der Wahrheit widmen).

Freitag, März 12, 2010

Archiv: Ceterum Censeo – Die Linke

(ARCHIV: Blogeintrag vom 28. Februar 2008)

Jedes Statement der Alt-Parteien von CSU-CSU-FDP-SPD-GRÜNE endet in den letzten Wochen stets mit dem Zusatz, dass keine Koalition, Tolerierung oder eine andere Form der Zusammenarbeit mit der Partei Die Linke möglich ist. Diese Ab- und Ausgrenzung erinnert an das Verhalten der ganz alten Parteien CSU-CDU-FDP-SPD gegenüber der damals jungen Partei Die Grünen zu Beginn der 80-er Jahre und hatte damals wie heute den Charakter eines Mantras, das vor allem den Sprechenden in seinen Selbstbewusstsein stärkt.

Politik ist die Kunst des Machbaren und alle Wahlen der letzten Jahre zeigen eine Mehrheit links von CDU-FDP (Bayern ist hier klar außerhalb des Trends; ein Bayer wählt CSU, Punkt). Spätestens seit dem unseligen Schröder ist die SPD auf den Hund gekommen und nicht mehr in der Lage eine eindeutige Programmatik zu kommunizieren. Ist die SPD links, linke Mitte, Mitte oder was?
Die Linke erinnert die SPD an ihre ursprüngliche Programmatik mit einem Kern um die Sozialpolitik. Wenn die Geschichte der Sozialdemokratie das Herz der Partei ist, dann ist ihre Gesundheit akut gefährdet. Das Ceterum Censeo zeigt, dass es um die Verteidigung der Identität geht.
Es ist nur traurig, dass diese Identität zur Zeit vor allem in einer Abgrenzung von den Anderen erfolgt und hier erinnert es an den Cato den Älteren (234-149 v.u.Z.) zugeschriebenen Spruch Ceterum censeo Carthaginem esse delendam (lateinisch: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.). Die Feindschaft und die Erinnerung an die Feindschaft gegen einen Konkurrenten war ein konstitutives Element der Stärkung des entstehenden Römischen Staates.

Zur Geschichte des Zitat, dass zunächst von Plutarch (45-125) in wörtlicher Rede in altgriechischer Sprache zitiert wurde siehe die folgenden Wikipedia-Artijkel über das Zitat und Cato den Älteren und für die aktuellen politischen Statement sein auf Spiegel-online, Süddeutsche, F.A.Z., taz, etc. verwiesen.

Archiv 200711: LE MONDE diplomatique September 2007

(ARCHIV: Blogeintrag vom 7. November 2007)

Mit dem üblichen Abstand von etwas über einen Monat sind nun die Artikel der
LE MONDE diplomatique frei auf deren Website www.monde-diplomatique.de zu lesen.

Hier ist meine kleine Auswahl von Hinweisen auf anregende Artikel. Ich fasse jeweils einige Gedanken des Artikels subjektiv zusammen. Dies soll vor allem eine Motivation sein, sich den jeweiligen Artikel zu Gemüte zu führen.
  • Die portugiesische Journalistin Sandra Monteiro beschreibt in einem Brief aus Lissabon, eine immer wieder aufkommende Identitätsdebatte über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft Portugals. Die Autorin ist Redakteurin der portugiesischen Ausgabe der LE MONDE diplomatique. Als Portugiesin in Angola geboren und fühlt sich damit frei von bestimmten nationalen Belastungen. Anlass der sommerlichen Debatte in allen wichtigen Medien war eine wiederholte Bemerkung des Literaturnobelpreisträgers José Saramago, die zu Beginn der portugiesischen EU-Präsidentschaft in der Tageszeitung Diário de Noticias veröffentlicht wurde. Das Interview trug bereits im Titel als Zitat die Kernaussage „Ich bin kein Prophet, aber Portugal wird sich letztlich Spanien anschließen".
Sandra Monteiro zeigt wie eine hoch emotionale Debatte aufgekocht wird und ohne Wirkung einfach wieder verschwindet. Die Geschichte Portugals wird seit der Nelkenrevolution nach neuen Forschungen kontinuierlich neu geschrieben und viele nationale Gewissheiten wurden revidiert.
  • Ibrahim Warde hat 2006 das Buch „The Financial War on Terror", London veröffentlicht. Er ist Professor an der Fletscher School of Law and Diplomacy der Tufts University in Medford, Massachusetts. Unter dem Titel Der Preis der Furcht. Irrtümer und Lügen über die Finanzierung des Terrorismus wird ein Auszug dieses Buches in Übersetzung vorgelegt. Ibrahim Warde beschreibt, wann und wie einige Mythen zum Reichtum von Ussama Bin Laden fabriziert wurden und wie durch das ständige gegenseitige Zitieren in konservativen Think Tanks aus dieser Spekulation etablierte Fakten wurden. Die US Regierungsbeamte, die sich tatsächlich mit den finanziellen Hintergründen beschäftigten (Finanzministerium, Terrorrismusabwehr, CIA) haben in zugänglichen Berichten und Büchern die Unsinnigkeit der in den Medien zirkulierenden Zahlen beschrieben, aber dies hat bis heute keine Wirkung. Auch hier in Europa wurde bereits fest gestellt, dass al-Qaida keine Millionensummen benötigte, um ihre Terrorangriffe in London, Madrid und anderen Städten auszuführen. Prof. Warde spricht von gefühlter Wahrheit oder mit den Worten den Satirikers Stephen Colbert von Wahrfühlen (truthiness). Einem der wesentlichen Autoren, die an dem xenophoben Bild von den verschwiegenen arabischen Milliardären, die den Terror unterstützen, war der Starjournalist Jack Kelley von USA Today, der besonders wegen seiner Artikel über die Finanzierung des Terrors es bis auf die Shortlist zum Pulitzerpreis gebracht hat. Erst langsam wurde bekannt, dass er sich viele Fakten ausgedacht hatte.
  • Aus der südamerikanischen Edition der LE MONDE diplomatique wurde ein sehr langer Artikel Ana María Sanjuan übernommen, die unter der Überschrift Venezuela – die symbolische und die wahre Revolution von den Veränderungen unter der autoritären Herrschaft von Präsident Hugo Chávez Frías berichtet. Die Autorin arbeitet im Friedenszentrum der Univesidad Central de Venezuela. Der proklamierte Sozialismus des 21. Jahrhunderts hat seine Grundlagen in christlichen Werten und einer erstmaligen Integration der Bedürfnisse der indigenen Bevölkerung. Es werden sowohl die wesentlichen makroökonomischen Daten als auch die sozioökonomischen Indikatoren und ihre Veränderungen in den letzten 16 bzw. 9 Jahren aufgeführt. Massenarmut nimmt messbar ab und viele neue Bildungschancen und Arbeitsmöglichkeiten. Gleichzeitig gibt es eine vehemente Opposition aus der alten Mittel- und Oberschicht, die viele Betriebe und Medien kontrolliert. Es wird auch thematisiert, dass die neuen populistischen Massenorganisationen keine wirkliche Demokratisierung fördern, sondern eine Einheitsideologie pflegen.
  • Nicola Liebert, die als freie Journalist auch für die taz schreibt berichtet über Die gute Kapitalisten, wie Pensionsfonds zunehmend Einfluss auf Konzerne und Politik nehmen. Im Gegensatz zu anderen Formen von Investmentfonds (Private-Equity, Hedge, Aktien) verwalten die Pensionsfonds Geld, das erst langfristig als Rente ausgezahlt werden soll. Damit besteht ein Interesse, das die Investitionen in Betriebe fließt, die langfristig denken. Es interessieren keine Quartalsberichte der Betriebe sondern eher schon Fünf-Jahrespläne. Nicola Liebert beschreibt die Ironie, dass diese vor allen in den USA existierenden Pensionsfonds damit den wirtschaftlichen Trend nach der schnellen, maximalen Rendite unterlaufen.
  • Christopher Newfield von der der University Santa Barbara, California schreibt über Bildung für wenige. Die Hochschulen der USA verlieren ihren sozialen Auftrag. In den USA wurde nach 1945 die tertiäre Bildung massiv ausgeweitet und heute gibt es 4.000 Universitäten und Colleges mit 17 Millionen Studierenden. Dies ermöglichte auch jungen Menschen aus den heute so genannten bildungsfernen Schichten einen Zugang zur höheren Bildung und dies war auch das Regierungsziel. Die Schaffung einer neuen Mittelschicht, die im technisch-industriellen Bereich tätig wird. Studiengebühren und die Eliteuniversitäten haben den Zugang von unten wieder verschlossen. Der Qualitätsunterschied zwischen den Universitäten hat in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen. Die 10 reichsten Universitäten haben 2006 die Hälfte der privaten Spenden eingenommen. Der Trend hält also weiter an und diese Universitäten können sich die besten Wissenschaftler für Lehre und Forschung mieten.
  • Christopher Charle von der Universität Paris Panthéon-Sorbonne berichtet über Punkte sammeln und den Unsinn und Nutzen von Hochschul-Rankings vor allem in Europa. Die Kriterien für ein Ranking sind oftmals dubios, aber zunehmend wird eine gute Platzierung der eigenen UNI im nationalen, europäischen oder sogar globalen Maßstab zum Entscheidungskriterium für Studierende, Lehrende und Arbeitgeber. Das Ranking stellt aber nur das dar, was vorher als Indikator festgelegt wurde und als messbar definiert wurde. Die Konzentration auf eine Verbesserung der Werte einiger Indikatoren gefährdet die Qualität von Lehre und Forschung.
Ich hoffe diese Artikel aus Portugal, den USA, Venezuela, Deutschland und Frankreich sind für die Lesenden genauso anregend, wie für mich.

Archiv 200710: Eva Herman und Radio Flora

(ARCHIV: Blogeintrag vom 10. Oktober 2007)

Gestern provozierte unsere "National-Eva" (aka Eva Herman, Ex-NDR-Moderatorin) einen weiteren Skandal. Im letzten Jahr stellte Sie fest, dass die Frau in einer biologischen Pflicht zur Kindererziehung steht und alle Gesellschaftsprobleme in der Werte-losen Gesellschaft nach 1968 begründet sind. In diesem entdeckte Sie nun, dass im Nationalsozialismus angeblich nicht alles schlecht war, genauer, dass die Familie und speziell Frau geachtet war. Ach ja, haben die verfolgten und ermordeten Menschen keine Familie gehabt und wurden nicht ohne Unterschied Männer und Frauen umgebracht, weil sie einer Gruppe zugeordnet wurden. Ihre öffentlichen Kommentare führten endlich zur fristlosen Entlassung. Gestern hatte Sie im ZDF die Chance, die ihrer Meinung nach bestehenden Missverständnisse auszuräumen, aber sie zog es vor weiter zu provozieren und faselte von den Wert der Autobahnen, die von den Nazis gebaut wurden. Das sollte zwischenzeitlich selbst eine Hauptschülerin wissen, dass die Autobahngeschichte ein Mythos ist und dies eher ein Beispiel für Zwangsarbeit ist. Sie flog aus der Sendung raus und kann sich nun sicher sein, dass ihre Bücher sich noch besser verkaufen.
Und was hat dies nun mit meinen kleinen Heimatsender Radio Flora aus Hannover-Linden zu tun. Es wurde eine massive Umstrukturierung vorgenommen, um im nächsten Frühjahr eine Chance zu haben, eine neue Sendelizenz zu beantragen. Wegen ihrer sehr offenen Live-Berichterstattung aus dem Wendland (aka Gorleben) soll der Sender mit legalen Tricks stillgelegt werden. Jetzt gibt es luftige Frühstückssendungen mit hirnlosen Gewinnspielen (sie haben kein Geld, also geht es stets um Freikarten, die ihnen von Veranstaltern zur Verfügung gestellt werden) und "call-in-Möglichkeiten".
Heute Morgen beim Frühstück bat der Moderator mehrmals, dass doch bitte Zuhörende anrufen mögen und ihren Kommentar zur gestrigen Provokation von Eva Hermann geben mögen. Der Typ dachte wahrscheinlich, dass dies ein Selbstläufer ist und so genannte anständige und linke Leute anrufen würden und ihn in seiner Meinung bestärken würden. Er hat vergessen, dass etwa 10 Prozent der in Deutschland lebenden Bevölkerung offen nationalistisch ist und so eine Frau rief dann auch an. Der Moderator war gegenüber dieser rhetorisch gut geschulten Frau unterlegen und sie konnte fast eine Minute lang begründen, dass es verschiedene gute Sachen im Nationalsozialismus gab. Der Typ fiel ihr nicht ins Wort oder kappte die Leitung. Es war so unsäglich, dass ich mein Radio ausstellte.
Ich werde weiter Radio Flora hören, denn nur hier gibt es eine wirklich interessante Musikmischung.

Archiv 200709: taz-Sonderausgabe

(ARCHIV: Blogeintrag vom 18. September 2007)

Am Wochenende wurde einmal mehr eine Sonderausgabe der taz publiziert. Die taz-Genossenschaft tagte in Berlin und es jährte sich die Ausgabe der Nullnummer zum 29. Mal. Die taz entstand als Reaktion auf die gleichgeschalteten Zeitungen während des Deutschen Herbst 1977. Doch es dauert ein Jahr bis die erste Nullnummer erschi
en und erst im Frühjahr 1979 erschien die taz tatsächlich als Tageszeitung. Das Thema der Sonderausgabe vom Samstag war die Frage und Suche nach der Zukunft der Zeitung. Auf aktuelle Meldungen wurde verzichtet und stattdessen wurden Essays von einer großen Zahl von internationalen Gastautoren vorgelegt. Die folgenden Beiträge waren sehr anregend für mich und ich möchte sie anderen Menschen empfehlen:
Was wird aus den Zeitungen? vom US-amerikanischen Journalist und Kolumnist Russel Baker. Er untersucht die Frage inwieweit die sich verändernden Besitzverhältnisse die Qualität der US-Zeitungen massiv reduziert haben. Wenn nur noch Profitinteressen formuliert werden, entfällt die Funktion der 4. Gewalt im Staat.
Das Prinzip Pusteblume. Niko Pfund, wissenschaftlicher Leiter bei Oxford University Press schreibt über Validität von Informationen. Das gedruckte Wort hat weiterhin eine höhere Wertigkeit, als die Vielfalt der Meinungen und Vermutungen, die in der digitalen Welt zirkulieren. Dabei erlebt die Vermittlung von Nachrichten gerade eine Generationskrise. Die eingeführten Marken (Hauptnachrichtensendungen im Fernsehen, angesehene Zeitungen) werden immer stärker von einer kleiner und älter werdenden Gruppe genutzt.
Geistige Umweltverschmutzung.
Der Sinologe und Menschenrechtler Tilman Spengler schrieb eine Satire über die ideale Zeitung aus der Sicht eines Kaders der Chinesischen Kommunistischen Partei. Hier im Internet ist der Artikel auf Deutsch, in der gedruckten Ausgabe vom Samstag war er nur auf Chinesisch erschienen, um darauf zu verweisen, dass aktuell chinesische Texte bereits mehr als 10 Prozent aller Internetinhalte ausmachen und Inhalte in Englisch prozentual deutlich abnehmen (von mehr als der Hälfte auf aktuell nur noch einem Drittel).
Global News. Die taz-Auslandskorrespondenten bieten einen launigen Überblick über die Zeitungslandschaft in Südafrika, Kenya, Rwanda, Dem. Rep. Kongo, USA, Argentinien, Brasilien, Australien, China, Usbekistan, Israel, Iran, Irak, Türkei, Russland, Frankreich, Spanien, Norwegen, Dänemark, Großbritannien und Irland.

Machtvolle Kulturelite gegen sattgefütterte Masse: Droht uns die mediale Klassengesellschaft? Die Gedanken des Journalisten Klaus Harpprecht über eine sich entwickelnde mediale Elite, die sich deutlich vom Boulevard für die Masse entfernt.

Die Probleme einer Zukunft ohne Zeitung werden von der Bachmann-Preisträgerin Kathrin Passig (der Kollektivblog Riesenmaschine ist vermutlich bereits bekannt) in einer kurzen Satire dargestellt.
Wie Links in digitalen Texten einen Text fast unlesbar machen wird vom Schriftsteller Peter Glaser anschaulich vorgeführt. Viel Spaß beim Lesen!