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Samstag, Juli 13, 2013

Archiv - Brandgeruch vom Osterfeuer in Hannover

(Ein Beitrag aus meinem aktuellen Blog vom 8. April 2012, der hier archiviert wurde)

Ich lebe eine Meile nördlich vom Bahnhof und bis zum nächsten Osterfeuer sind es viele Kilometer Luftlinie, doch der Brandgeruch war auch hier zu identifizieren.
Da ich vom Land komme. kenne ich den Geruch von Lagerfeuer und der jährlichen Großfeuer. Er hat etwas charakteristisches und wenig gemein mit dem Brandgeruch vom Grill oder Kamin. Es ist ein intensiver Geruch nach verbrannten, feuchten, jungen Holz, Zweigen mit Blättern und dem baumeigenen Harz. Gerade die jungen Zweige erzeugen einen intensiven Rauch.

Die in wenigen Tagen aufgeschichteten Holzberge, die ich manchmal kurz vor Ostern sehe, scheinen jedes Jahr größer zu werden. Es ist ein Gegenteil von der Redensart, das aus der Kindheit erinnerte große Gebäude bei späteren Besuchen viel kleiner sind.
Am Gründonnerstag war ich selbst damit beschäftigt, Bäume und Sträucher auf dem Grundstück eines Freundes zu beschneiden. Alleine dieses eine, kleine Grundstück lieferte Brennmaterial von mehreren Kubikmetern. Dabei war das nur ein Grundstück von hunderten in einem Vorort, wo die Ortsfeuerwehr den Baum- und Strauchschnitt für das Osterfeuer abholt.

Zweimal stand ich am Abend auf den Balkon, roch ein oder die Osterfeuer in der Region und olfaktorische Erinnerungen an Osterfeuer in Brauel, Ganderkesee und Hemmoor kamen auf.
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Siehe auch olfaktorische Erinnerungen an Accra.

Mittwoch, Oktober 24, 2012

Archiv 201009: Herbstliches Farbenspiel

(Ein Beitrag vom 13. September 2010)

Meteorologisch ist der Sommer 2010 vorbei und auch astronomisch sind es nur noch wenige Tage bis zum Herbst. Das Laub zeigt hier in Bad Lauterberg bereits sein Farbenspiel.
Gestern sah ich an einem Baum gleichzeitig grüne und gelb-orange Blätter. Diese waren aber nicht gleichmäßig verteilt. Ein genauer Blick zeigte mir, dass alle gelb-orangen Blätter zu einem Ast und seinen Zweigen gehörten. Die Blätter der anderen Äste waren noch grün.
Das herbstliche Farbenspiel kannte ich bisher nur zwischen verschiedenen Bäumen.

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Nachtrag: Mit einigen Tagen Abstand erscheinen mir meine Worte ein klarer Beleg dafür zu sein, wie ich mich nach mehr als 25 Jahre Großstadtleben von der Natur und den Zeichen der Jahreszeiten entfremdet habe. So kam mir das Anschwellen der Lutter nach einem Regenschauer im Harz bemerkenswert vor, doch ist dies normal wie die Farbspiele, die langsam auf eine zunehmende Zahl von Laubbäumen zu beobachten sind.
(Hausberg Bad Lauterberg am 24.10.2011; Foto: JDM)

Dienstag, Oktober 23, 2012

Archiv: Gemeinsam Wohnen

(Ein Blogbeitrag vom 18. Februar 2010)

Am Ende des 20. Jahrhunderts wurden alle Schattierungen des Zusammenwohnens vom Studentenwohnheim, Zweckgemeinschaft bis hin zu echten freundschaftlichen Wohngemeinschaften in etwas mehr als zehn Kombinationen ausgekostet. In zwei Jahrzehnten habe ich nie alleine gewohnt.
Seitdem habe ich eine halbe Wohnung und teile jedes Jahr für 2-3 Monate mit den Besitzern, Freunden oder Familie diesen wunderbaren Ort.
Aktuell habe ich mal wieder eine Zweckgemeinschaft und das anfängliche Befremden ist bereits verschwunden. Wir sehen uns auf dem Flur oder in der Küche und die respektvolle Zurücknahme der eigenen Person gefällt mir.
Das Wochenende davor machte ich noch stöhnend einen vorgezogenen Frühjahrsputz, doch jetzt merke ich mal wieder, wie sehr ich Wohngemeinschaft oder eine andere Form des gemeinsamen Wohnens vermisse.

Mittwoch, Oktober 10, 2012

Archiv: Pi Unsinn

(Ein Blogbeitrag vom 2. Mai 2007)

Wissen was keiner braucht.

Mein Geburtsdatum wie wahrscheinlich alle Geburtsdaten findet sich in Pi. Von der 18.615.206-ten Stelle hinter dem Komma an wird korrekt dd.mm.yyyy genannt.
Ich suchte etwas zur Zahl Pi und fand in der Wikipedia bereits viele Infos, aber dort werden "nur" die ersten 100 Stellen nach dem Komma genannt, aber eine Verknüpfung führte zu einer Seite, wo DIE ZAHL bis auf 200 Millionen Stellen hinter dem Komma angeboten wird und jede Zahlenkombination innerhalb von Pi gesucht werden kann.

Sonntag, Oktober 07, 2012

Archiv: Norddeutschland

(Blog-Archiv: Ein Beitrag vom 28. März 2007)

Rotenburg – Verden – Nienburg – Hannover
Die Schönheit Norddeutschlands genauer der durch die vorletzte (Saale-) Eiszeit geprägte Teil südlich der Elbe und nördlich des Mittellandkanals entfaltet sich vor einem Fenster auf der oberen Ebene in einem Regionalexpress. Geestkanten zur Marsch und zu den breiten Urstromtälern gliedern die Landschaft. Dazwischen findet sich auf der Geest die Kargheit von Wäldern, Feldern, Wiesen und Forsten. Der Boden ist natürlich nicht sehr fruchtbar und dort, wo noch Baumbestände landwirtschaftliche Flächen begrenzen, sind die Kiefer und Birke typisch.

Das EU-Programm zur Förderung von Brachen führt nun dazu, dass hier einige Flächen nicht mehr bewirtschaftet werden. Dies bringt jährlich mehr Geld, als die möglichen Gewinne nach umfangreichen Einsatz von Drainage und Dünger. Zahl und Gesamtfläche der Felder nähern sich wieder den Zustand, der mir aus meiner dörflichen Jugend vertraut ist. Die Euphorie der Technisierung, Modernisierung und die expansive Förderpolitik der EU bis in die 80er Jahre hatten zum Umbruch von Weiden, der Langeweile von gleichförmigen Forsten und der Umwandlung von Bächen in kanalisierte Vorfluter für Drainagerohre geführt. Dieser landwirtschaftliche Machbarkeitswahn hat hoffentlich seinen Höhepunkt überschritten. Nun sind wieder vernässte Flächen zu sehen.

Eines kommt nicht wieder zurück. Selbst in meiner Jugend waren die einzelnen Felder bereits viele Hektar groß, doch die Verkopplung ging immer weiter. Gräben mit Büschen und Bäumen begrenzten früher die Besitzungen. Viele Grenzstreifen wurden ausgeräumt und eingeebnet. Nur nach tagelangen Regen ist der ehemalige Verlauf vieler Gräben und Bäche als linienhafte Vernässung zu erkennen. Heutige Brachen schließen nahtlos an bereits grünende Äcker an.

Was ich an dieser Landschaft liebe, ist die Kargheit, die auf Spaziergängen entlang Waldrändern besonders schön zu erleben ist.

Freitag, März 12, 2010

Archiv 200709: Zelten im September

(ARCHIV: Blogeintrag vom 8. September 2007)

Wir haben die gute Tradition, dass wir drei Kinder mit unserer Mutter gemeinsam deren Geburtstag feiern. Sie wurde vor wenigen Tagen 66 Jahre alt und wir fuhren hierfür für einige Tage nach Stade. In ihrer 2-Zimmer-Wohnung ist es unmöglich, mehr als zwei Gäste im Wohnzimmer einzuquartieren. Ich baute bereits zum zweiten Mal in Stade ein Zelt auf.

Was bin ich froh, dass ich vor zwanzig (!) Jahren auf den Ratschlag meines damaligen Mitbewohners in der WG am Moltkeplatz gehört habe und für sehr viel Geld einen teuren Daunenschlafsack von VauDe kaufte. Es waren drei Nächte vor der Terrasse dieses Mehrfamilienwohnhauses. Regen und Wind hatten die Luft ausgekühlt und in der Nacht vom 4. auf dem 5. September glitzerten die Sterne und eine Sternschnuppe begrüßte mich, als ich zum Zelt ging. Bis zum Morgen fiel (nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes) die Temperatur auf 4,3° Celsius. Ich lag als Mumie auf einer großen Luftmatratze und nur die unbedeckten Arme wurden kühl. Es war dies aber eine extreme Nacht für den Anfang des Septembers, denn in den nächsten beiden Nächten sank die Temperatur nur auf 12,8° bzw. 13,8°.

Das eigentliche Problem beim Zelten in Stade ist, dass die Wohnung direkt an einer Zubringerstraße zur Bundesstraße 73 nach Hamburg liegt. Stade hat zwar auch eigene Unternehmen ist aber eine klassische Beispiel für eine Schlafstadt mit Auspendlern. Um kurz nach sechs Uhr morgens war die Nacht vorbei und der Rhythmus der Ampelschaltungen bestimmte den Lärmpegel. Es ist eindeutig Lärm, denn auf der Terrasse ist zum Beispiel keine Musik von der Stereoanlage im Wohnzimmer zu hören und der übernächste Nachbar (es gibt drei Terrassen) muss schon näher kommen, wenn ein Plausch unter Nachbarn erwünscht ist. Besonders ärgerlich sind die so genannten Tiefflieger. Hier in der Großstadt gibt es auch Männer, die meinen, auf einigen Straßen erheblich schneller fahren zu dürfen, als vorgesehen. Doch im ländlichen Raum und den Kleinstädten ist dies viel extremer, wie auch die vielen Kreuze an den Landstraßen dokumentieren. Die oben genannte Zubringerstraße ist gerade und gut ausgebaut, da sie eine der zentralen Verkehrsachsen zwischen der peripheren Bundesstraße und der Innenstadt ist. Meine Mutter meinte, dass dort deutlich über 100 km/h gefahren werden. 10 Meter von der Straße entfernt, war an kein Tiefschlaf zu denken und mehrmals weckten mich Tiefflieger und LKW.

Donnerstag, Februar 05, 2009

Kinderkram

15.05.07
Als ich am Wochenende einen guten Freund und seine junge Familie zum Frühstück in Velber besuchte, merkte ich mal wieder, wie schnell die Zeit vergeht. Als ich beiden Jungen zuletzt gesehen hatte, war der Kleinere am Krabbeln und der Größere erkundete die Welt. Nun erkundet der Kleine und der Große definiert die Welt als seine. Ich war offensichtlich bereits wieder ein Fremder für beide Kinder.

Ich verstehe junge Eltern, welche die für Autos definierten inneren Stadtteile verlassen und sich in die Wohnstraßen der Vororte zurückziehen. Auch die Straßen in Velber sehen noch gefährlich aus, sind viel zu breit und als Durchgangsstraßen gebaut. Aber es ist deutlich sicherer als in meiner Straße, wo Idioten durchrasen, um eine Ampelkreuzung zu umgehen.
Es kam noch ein anderes Paar mit einem Sohn und es wurde sich ausgetauscht. Es wurde zwar nicht so gesagt, aber es gab dann auch das Beispiel eines städtischen Kindes, das permanent kränkelt und unter Neurodermitis leidet. Die beiden Söhne hier sind robust und ich habe auch einen der Gründe gesehen. Für das kleine Kind wurde ein Brötchen in kleine Happen zerschnitten und einer davon fiel auf den Boden der Terrasse. Der kleine sammelte den verschmutzten Happen auf und ab in'n Mund. So ist es richtig! Die Eltern hatten es auch gesehen und hatten nicht eingegriffen. Die Mutter berichtete auch von einer aktuellen Studie, die einmal mehr bestätigt, dass Kinder aus einen eher ländlichen Raum einen besseren Immunstatus haben, als großstädtische Kinder. Das kann ich bestätigen. In meiner Familie leidet keiner an Allergien und viele der mir bekannten Allergiker stammen aus städtischen-industriellen Milieus.

Ich bin bei solchen Eltern-Gesprächen vor allen Beobachter. Die Erfahrungen meines Freundes entfernen sich immer weiter von meinen Erfahrungen und es gibt auch nur noch selten gemeinsame Tage, die aber nur selten die alte Vertrautheit erreichen, da in der Regel Kinder oder Frau anwesend sind. Bitte nicht falsch verstehen, da möge kein Vorwurf rausgehört werden. Familie ist das Wichtigste und ich hätte auch gerne Familie!
Bei mir hat es ja kein eigenes Kinderglück gegeben. Zuletzt stellte sich für diese Frage als ich 31 Jahre als war. Die Frau wollte unbedingt ein Kind von mir, aber ich wollte kein Kind mit ihr. Danach bin ich nie weiter als bis zu diesem Kribbeln, das eine Verliebtheit sein kann, gekommen. Tja, und alleine wird zwar eine Frau Mutter, aber kein Mann Vater.

Nachtruhe

13.02.07
Meine Abende enden zumeist sitzend im Bett mit Lektüre. Oftmals Kurzweiliges, aber manchmal auch ein Roman der leichten bis mittleren Kategorie.
Es ist still um diese Zeit. Nach Mitternacht sind bei mir außer meiner Leselampe alle anderen elektrischen Geräte, die Hintergrundgeräusche liefern könnten, vom Netz genommen.
Was ist zu hören in dieser Zeit. Wenn in der Wohnung über mir eine Person auf dem Flur entlang geht, klingt es in diesen Stunden so laut, als würde dies in meiner Wohnung passieren. Es ist ein altes Haus mit leicht durchhängenden Decken/Böden, die jeweils nach unten Geräusche weitergeben. Etwa einmal die Woche ist sehr spät am Abend Gitarrenspiel von oben zu hören. Der Mann scheint Bob Dylan und andere Komponisten des damals New American Folk zu mögen - Lagerfeuer- oder Mundorgel-Musik. Leider hat er eine grauenhafte Gesangsstimme.
Von unten ist nur sehr selten etwas zu hören, es müssen schon laute Geräusche sein, damit sie zu mir nach oben dringen, so wie manchmal ein Räuspern oder kurzes Husten der ehemaligen Raucherin.
In einer Großstadt alarmiert jeden Abend mehrmals die Sirene eines der Rettungs- und Notfalldienste. Wenn der Wind ungünstig steht, sind die startenden Flugzeuge von den mindestens 10 Kilometer entfernten
HAJ Flughafen Hannover-Langenhagen) zu hören. Aktuell erinnerte der pfeifende Wind daran, dass es selbst in der Stadt extremes Wetter gibt. Es sind dies dann die Geräusche von sich im Wind reibenden Zweigen der Obstbäume und der mächtigen Rosskastanie im Innenhof unseres Quartiers.
Doch ich beschreibe hier gerade die Ausnahmen. In der Regel gibt es zu dieser Zeit für mich nur das Geräusch vom Umblättern der Seiten bis ich schließlich bemerke, dass ich einen Absatz bereits zum zweiten Mal lese und es Zeit ist, das Licht auszuschalten.