Samstag, Januar 04, 2014

Archiv: Berlin aus der Perspektive eines Besuchers

(Ein Blogbeitrag vom 12. August 2012)

 In Berlin Schöneberg:
  • gibt es erstaunlich viele Kneipen, Imbisse und Restaurant UND die sind am Abend auch sehr gut besucht
  • gibt es im Supermarkt Lech Premium (Polen) in Pfandflaschen, aber eben nicht Krušovice Královský Pivovar (Tschechien) und Grolsch (Niederlande) wie in meiner Heimatstadt
  • ist Bio-Brot billiger
  • sind Bio-Brötchen teurer
  • ist die Lichtverschmutzung noch höher (nur fünf Sternschnuppen der Perseiden gesehen) als in Hannover
  • gibt es vom Geruch her scheinbar mehr Kiffer als in der List
Ausschnitt einer Schaufensterwerbung in Schöneberg
In der Innenstadt sah ich dann etwas, was wir nicht haben "und das ist auch gut so": Hütchenspieler und dumme Menschen, die einen lockeren Kreis um den Betrüger und seine Mitspieler bildeten. Zu Gunsten der Berliner nehme ich an, dass die neugierig Interessierten Touristen waren.
In den U-Bahnstationen gehörte ich am Samstag- und Sonntagnachmittag zu der sehr kleinen Minderheit der Deutschen. Deutschsprachige Berliner sind zu dieser Zeit scheinbar nicht mit den Bahnen unterwegs.

Gedicht von Günter Grass über Israel, Iran und die Atombombe

(Ein Blogbeitrag vom 4. April 2012)

Foto: Martin Bergner,
Wikimedia Commons
Einmal mehr ist zu erleben, wie Sätze aus dem Zusammenhang gerissen werden und durch eine extreme Verkürzung ein Autor zu einem Antisemiten stilisiert wird, weil er es wagt, Israel zu kritisieren. Es mag kein Gedicht sein, dass aus den Werken des Nobelpreisträgers heraus sticht, aber die langweilenden, stereotypen Reaktionen der üblichen Autoren in Spiegel, FAZ, Springer-Presse sind unerträglicher. und wurden von Küppersbusch treffend als Broderline-Syndrom bezeichnet.

Deshalb der ganze Text von Günter Grass, so wie er in der Süddeutschen Zeitung am 4. April 2012 erschien:

Was gesagt werden muss

Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten -
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er missachtet wird;
das Verdikt "Antisemitismus" ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, alles vernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muss.

Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muss,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir - als Deutsche belastet genug -
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
dass eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.
(Günter Grass, 2012)
Das Gedicht vorgetragen von Günter Grass (NDR/ARD, 5. April 2012)
Günter Grass im Interview mit dem ARD-Tagesthemen Moderator Tom Buhrow (5. April 2012)
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1 Kommentar:Stefan Wehmeier hat gesagt…
    1) Der kämpfende Pazifist, der sich der Größe seiner Aufgabe bewusst ist, wird keinen Unterschied machen zwischen Bürger- und Völkerkrieg, zwischen äußeren und inneren Feinden. Für ihn gibt es nur einen Krieg, nur einen Frieden. Mit gleicher Macht erstrebt er den Frieden nach innen wie nach außen.
    2) Der Pazifist, der tiefer in die Beweggründe der Kriege schaut, geht noch einen Schritt weiter in der Beurteilung des Bürger- und Völkerfriedens und sagt, der Kriegsgeist, der Geist der Gewalt, ist ein Kind des chronischen bürgerlichen Kriegszustandes, der die Eingeweide aller Kulturvölker zerreißt. Wer diesen Geist bekämpfen will, muss ihn in erster Linie als Bürger im eigenen Lande bekämpfen. Der Weg zum Völkerfrieden geht über den Weg des Bürgerfriedens und nicht umgekehrt.
    3) Das, was die Völker und Volksklassen in Waffen gegeneinander treibt und immer getrieben hat, sind Dinge wirtschaftlicher Natur, die Notzustände schaffen oder vorherrschen lassen, und für diese Zustände gilt das Gesetz: NOT KENNT KEIN GEBOT. Die Not bricht nicht nur Eisen, sondern auch Verfassungen, Verträge und Bündnisse und setzt sich über alle moralischen, ethischen und religiösen Hemmungen hinweg. Nichts ist schließlich der Not heilig als der Kampf gegen ihre Ursachen.
    4) Auf die Beseitigung solcher Notzustände hat also der ernsthafte Friedenskämpfer sein Augenmerk zu richten, unbeschadet seiner etwaigen Überzeugung, dass der Frieden oder wenigstens der Friedenswunsch mit moralischen, religiösen und ethischen Mitteln auch noch gefordert werden könne.
    5) Der Notzustand, der zu den Kriegen treibt, hat wenigstens bei den heutigen Industrie- und Handelsvölkern seinen Grund nicht in einem naturgegebenen Mangel an Industrie- und Nährstoffen, sondern in unseren gesellschaftlichen Einrichtungen, die die Produktion und den Austausch beherrschen und die Arbeit tributpflichtig machen, wobei der Umstand noch erschwerend wirkt, dass zur Sicherung dieses Tributes der Produktion und dem Tausch Hemmungen bereitet werden müssen, die zu Krisen und Arbeitslosigkeit führen. Die gesellschaftlichen Einrichtungen, um die es sich da handelt, sind das Privateigentum an Grund und Boden und das herkömmliche, aus dem Altertum in unveränderter Gestalt von uns übernommene Geldwesen, dessen Mängel immer offensichtlicher geworden sind. Grund- und Geldbesitzer fordern Zins, sonst sperren sie der Produktion den Boden und dem Austausch der Produkte das Geld. Dieser Zins überträgt sich automatisch auf das gesamte Wirtschaftsleben und schafft das, was als Kapitalismus bezeichnet wird.
    Silvio Gesell (Stabilisierung des Bürger- und Völkerfriedens, 1928)

Ein geistiger Tiefflieger wie Günter Grass wird das wohl bis zum Jüngsten Tag nicht mehr begreifen.
    http://www.deweles.de/intro.html    5. April 2012 11:27 

Freitag, Januar 03, 2014

Archiv: Facebook in Afrika 2012

(Ein Blogbeitrag vom 5. März 2012)

Nachtrag Sommer 2013. Nachdem in mehreren Ländern eine Facebook-Sättigung zu beobachten war, es also nur wenig Wachstum oder sogar zu einer Abnahme der Zahl der Facebook-Konten kam, war die Statistik bei Socialbakers nicht mehr zu sehen. Damit hat sich meine Daten-Quelle geschlossen und diese Momentaufnahme aus dem Winter 2011/2012 ist, wenn auch nicht geplant, mein vorläufig letzter Beitrag zu diesem Thema.
Ein allerletzter Beitrag mit Zahlen für 2013 findet sich im aktuellen Blog!
 
Ich beobachte bereits seit mehreren Jahren die Länderstatistik der Facebook-Konten. socialbakers.com veröffentlicht regelmäßig die quantitativen Daten von Facebook sortiert nach Ländern, Handelsmarken, Firmen, etc.. Ich nutze aus dieser Sammlung die Länderdaten.
Die Zahl der Facebook-Konten wird in ein Verhältnis zur aktuellen Einwohnerzahl gesetzt. Letztere entnehme ich UN-Statistiken. Diese Facebook-Quote hat nur eine Schwäche, nämlich, dass Nutzer möglicherweise mehr als ein Konto haben.
Afrique, Africa, Map, Carte, Statistics


Die Karte zeigt die Facebook-Quote für 50 der afrikanischen Staaten.
51,7 Millionen Facebook-Konten werden afrikanischen Staaten und Territorien zugeordnet. Bei einer geschätzten Einwohnerzahl von 1,02 Milliarden Menschen entspricht dies einer Facebook-Quote von 51 Konten je 1.000 Einwohner.

Die Inselstaaten Mauritius (366.000 Konten, Quote 282/1.000 Einwohner), Cabo Verde (106.000, 215), Seychellen (31.000, 354) sowie die Comoren (19.000, 26) sind nicht verzeichnet.
Es gibt außerdem weiterhin weiße Flecken auf der Karte. Es wird keine Statistik für den Sudan, Süd-Sudan, Côte d'Ivoire, Westsahara, Guinea Bissau, Liberia und Zimbabwe ausgewiesen. Es sind dies alles Ländern, die aktuell an kriegerischen Konflikten beteiligt sind oder unter den Folgen dieser leiden. Die Ausnahme von dieser Generalisierung ist Zimbabwe, dass unter der zunehmend wahnhaften Herrschaft von Robert Mugabe um Jahrzehnte in seiner Entwicklung zurückgefallen ist.

Deutlich grenzen sich der Norden und der Süden Afrikas ab. In diesen Ländern hat die Digitalisierung die Hauptstädte verlassen und es gibt Internetzugänge selbst in der Peripherie. Tunesien hat mit einer Quote von 312 Konten je 1.000 Einwohner weiterhin relativ mehr Facebook-Konten als Deutschland, auch wenn letzteres schnell aufholt.
Mehr als eine Million Konten sind für Ägypten (12,1 Mio.), Nigeria (6,7), Südafrika (6,5), Marokko (5,0), Algerien (4,0), Tunesien (3,3), Kenya (2,0) und Ghana (1,6) verzeichnet. Die jeweiligen Quote können aus der Karte abgeschätzt werden.
Unter den größeren Staaten, die ich mit mehr als 10 Millionen Einwohner definiere, haben neben den bereits genannten Äthiopien, DemRep Kongo, Tanzania, Uganda, Mozambique, Madagaskar, Kamerun, Angola, Burkina Faso, Niger, Mali, Zambia, Senegal, Tschad und Rwanda zum Teil deutlich weniger Konten und entsprechend niedrige Quoten. Äthiopien und DemRep Kongo werden im Jahre 2012 die Millionenmarke erreichen.

Womit ich beim Wachstum der Zahl der Facebook-Konten angelangt wäre.
Wachstum, growth, Facebookquote, Facebook quota
Die zweite Abbildung zeigt das Wachstum der absoluten Zahl der Facebook-Konten, die einem Land zugeordnet werden zwischen dem 25. Januar und dem 26. Dezember 2012.
Mit der Ausnahme der DemRep Kongo wird für alle Länder ein Wachstum festgestellt. Innerhalb des Jahres 2012 kamen 13,8 Millionen weitere Facebook-Konten hinzu. Dies entspricht einer Steigerung von 37 Prozent.
Während es in Europa in einigen Ländern bereits eine Sättigung gibt, die scheinbar bei rund 500 Konten je 1.000 Einwohner liegt, scheint für afrikanische Länder das Limit nur in der vorhandenen Digitalisierung zu liegen. Für 5 städtische Regionen in Afrika werden Schätzungen der Facebook-Konten gegeben von Socialbakers . 72% aller Facebook-Konten in Ghana befinden sich in der Region Accra, 89% der angolanischen Konten im Raum Luanda, 91% der libyschen Konten in Tripolis, 95% der tanzanischen Konten im Raum Dar es Salaam und fast unglaubliche 99,6% aller senegalesischen Konten rund um Dakar. Entsprechend wenig Konten verbleiben für das jeweilige restliche Land. Ghana müsste zum Beispiel eine orange Flächenfarbe erhalten und nur die Küste in dunkelblau dargestellt werden. Libyen (lila), Senegal und Angola (beide rot) müssten entsprechend eine weiße Signatur erhalten und die Regionen Dakar und Tripolis auch in dunkelblau ausgewiesen werden.

Eine Verdopplung der Zahl der Facebook-Konten fand nur in Mozambique und Somalia statt, beides vor dem Hintergrund von relativ niedrigen Ausgangszahlen. Bemerkenswert ist das Wachstum in Nigeria (+2,4 Millionen), Algerien (+1,2 Mio.), Kenya (+0,7 Mio) und Ghana (+0,5 Mio.). Es sind dies Länder mit einer schnell wachsenden Mittelschicht, welche ähnliche Konsum- und Kommunikationsbedürfnisse hat, wie die Mittelschicht auf anderen Kontinenten.
Die Facebook-Quote ist damit indirekt auch ein Indikator für die Verbreitung von technischen Entwicklungen. Denn neben einem Computer oder Smartphone benötigt man für einen Facebook-Zugang vor allem eine stabile Stromversorgung.

Archiv: Facebook in Libyen 2010-2012

(Ein Blogbeitrag vom 4. November 2011 mit einem Update vom 25. Januar 2012)

Als ich ein Update für den Blog-Beitrag "Facebook in Europa" schrieb, berechnete und zeichnete, verwies ich darauf, dass es so etwas wie eine Sättigung bei der Facebook-Quote, also der Zahl der Konten je 1.000 Einwohner gibt. Wenn diese Sättigung erreicht ist, sinken in dieser ansonsten nur durch Wachstum gekennzeichneten Statistik auch schon mal die Werte. Eine echte Abnahme gab es in Europa trotz der zum Teil berechtigten Kampagnen gegen die Datensammelwut nicht.

Dies ist bisher nur in Diktaturen zu beobachten:

Die Zahlen stammen wie auch in allen anderen Beiträgen zur Statistik von Facebook von der Seite Socialbakers. Es möge beachtet werden, dass die Zeitangabe nicht synchron ist. Ich habe unregelmäßig diese Seite mit Statistiken aufgerufen.
In Libyen gab es wie in den anderen nordafrikanischen Ländern ein langsames Wachstum der Zahl der Facebook-Konten bis die Proteste gegen die Regierung zum Bürgerkrieg eskalierten. Innerhalb weniger Wochen verschwanden 89 Prozent aller libyschen Konten. Facebook als Kommunikationsplattform wurde umgehend nach den Sturz der Diktatur wieder genutzt und heute gibt es mehr Facebook-Konten als vor dem Bürgerkrieg. Socialbaker weist für den 4. November 2011 316.460 Facebook-Konten für Libyen aus. Dies entspricht einer Quote von 50 Konten je 1.000 Einwohner. Dies ist für Nordafrika die niedrigste Quote.
Eine Erklärung für den radikalen Wandel in der Zahl der Facebooknutzer mag darin begründet sein, dass 96,5 Prozent aller Konten aktuell im Großraum Tripolis lokalisiert sind. Hier hatte die alte Regierung die technischen Möglichkeiten den Zugang zu Facebook zu kontrollieren. Wenn man die Zahlen für Tripolis (305.420) nimmt, so ergibt sich bei Socialbakers eine Quote von 259 Konten je 1.000 Einwohner und für das restliche Libyen reduziert sich die Quote auf 2,1 Konten je 1.000 Einwohner. Facebook ist in Libyen nur ein Medium in der Metropole.
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Update vom 25. Januar.2012

Es scheint eine vorläufige Sättigung erreicht zu sein. Es gibt heute mehr Facebook-Konten als vor dem Libyschen Bürgerkrieg, aber es wird zur Zeit kein Wachstum mehr angezeigt.

Archiv: Facebook in Afrika 2011

(Ein Blogbeitrag vom 7. April 2011 mit einem Update vom 21. November 2011)

Facebook ist auch auf den Kontinent Afrika verbreitet und breitet sich rasant aus. Anfang April 2011 werden 27,3 Millionen Facebook-Konten afrikanischen Nutzern zugeordnet. Das sind seit Jahresbeginn 6,2 Millionen neue Meldungen.
Dennoch zeigt die Afrikakarte der Facebook-Quote (Konten/1.000 Einwohner) weiterhin einen Schwerpunkt im nördlichen und südlichen Afrika. Die Facebook-Quote ist übrigens in Tunesien mit 230 ein wenig höher als in Deutschland mit 219.
Auffällig sind die relativ hohen Quoten in Ghana, Senegal, Gambia und Gabun. Doch was sagt die Zahl der Quoten aus? Sie gibt einen Hinweis darauf, wie weit das Internet in einem Land verbreitet ist. Die Facebook-Quote in europäischen Staaten kann dies nicht wiedergeben, da in vielen Ländern andere soziale Netzwerke wie zum Beispiel StudiVZ (Deutschland), hi5 (Rumänien), Hyves (Niederlande), iWiW (Ungarn), oder Tuenti (Spanien) populär sind.
Ich beobachte die Statistik von Socialbakers seit November 2010 . Die Zahl der weißen Staaten, für die keine Statistik erhoben wird, bleibt konstant. Dies dokumentiert indirekt aktuelle (Bürger-) Kriege und autokratische Regierungen mit ihrer totaler Kontrolle (u.a. auch des Internets).

Die Konflikte im nördlichen Afrika für mehr Demokratie zeigen sich bisher erst in einem Land. In Libyen nahm innerhalb von vier Monaten die Zahl der aktiven Facebook-Konten um mehr als 80 % ab. Bis in den März hatte die Zahl der Konten in Libyen um 65.000 auf 305.000 zugenommen, doch aktuell sind es nur noch 49.000 Facebook-Mitglieder. In Tunesien gab es dagegen nur ein durchschnittliches Wachstum von 30% und in Ägypten von 42%. Marokko und Algerien haben ähnliche Zuwachsraten. Ich habe so meine Zweifel, wenn im Zusammenhang mit diesen Demokratiebewegungen diese als „Facebook-Revolution“ (z.B.: Springers WELT, DER SPIEGEL, Washington Post) bezeichnet werden.
Ein Verdopplung und mehr gab es stattdessen im zentralen Afrika, Sierra Leone und Somalia. Doch wirklich bemerkenswert ist dabei nur die (Dem.Rep.) Kongo. Hier wuchs die Zahl der Konten von 86.000 auf aktuell 504.000. Doch bei der Bevölkerung von mehr als 70 Millionen Einwohnern errechnet sich hieraus nur eine geringe Quote von unter 10 Facebook-Konten je 1.000 Einwohner..

# # # # # UPDATE vom 21. November 2011 # # # # #
Aktuell gibt es 35,8 Millionen Facebook-Konten mit der Kennung eines afrikanischen Staats. Bei nunmehr nach UNO-Berechnungen 1,02 Milliarden entspricht dies einer Quote von 70 Konten je 1.000 Einwohner.
Seit der Jahresmitte gibt es mit Süd-Sudan einen neuen Staat. Da aber weder der Sudan, noch Süd-Sudan in der Statistik von Socialbakers aufgeführt wurde, wurde, in der folgenden Karte der Sudan noch nicht geteilt.

Achtung: Die Karte verwendet eine andere Skala, als die erste Karte. Mit der alten Skala würden die Unterschiede zwischen den Staaten nicht so deutlich hervortreten. Überdurchschnittlich viele Konten gibt es im nördlichen und südlichen Afrika. Die höchste Quote gibt es in Tunesien mit 261 Konten je 1.000 Einwohner. Relativ hohe Werte gibt außerdem in Gambia, Senegal, Ghana, Gabun, Djibouti, Kenya, Namibia und Lesotho und den nicht dargestellten kleinen Inselstaaten.



Achtung: Auch für diese Karte wurde die Skala verändert, um die Unterschiede zwischen den Staaten zu zeigen. Es gibt keinen Staat mehr, der einen Zuwachs von weniger als 10% hat.
Seit Jahresbeginn gibt es 70 Prozent mehr Konten. Überdurchschnittlichen Wachstum gibt es vor allem in den Länder, die bisher relativ wenig Facebook-Konten aufweisen, wie den durch Bürgerkriege ruinierten Staaten. Es kann von keiner Sättigung wie in Europa gesprochen werden. Selbst in Südafrika nahm die Zahl der Konten noch um 20 Prozent zu. Libyen verzeichnete während des Bürgerkriegs eine radikale Reduzierung der Zahl der Facebook-Konten, seit dessen Ende hat die Zahl einen neuen Rekordwert erreicht.
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Kommentare:

dana hat gesagt…
    Ich kenne die Bevölkerungsdaten der afrikanischen (ich weiß, Verallgemeinerung) Länder zwar nicht, aber ich vermute, dass die Bevölkerung durchschnittlich jünger ist als die von Europa. Und wer benutzt Internet/Neuigkeiten des Internets/Facebook?Die junge Leute. Das heißt, Facebook kann in Afrika pro Einwohner viel populärer werden, als in Europa, da aus 1000 Einwohner mehr in die Zielgruppe fallen, als in Europa.
    dana
    P.S.:wie gesagt, habe keine Daten, habe auch nicht nachgeschaut
    P.S.2:weitere Forschungsfrage: Wird Facebook in Afrika anders benutzt als in EU/USA? Kann man facebook auf verschieden Arten benutzen?
    17. April 2011 15:01

Ulaya hat gesagt…
    Ja, die durchschnittliche Bevölkerung ist in allen afrikanischen Staaten jünger als in Europa, aber der Zugang zum Internet erfordert in der Regel eine Einkommen, da (ich kann hier nur von Ghana schreiben) die Kommunikation häufig über Internet-Cafés erfolgt. Wenn ich mir die Freunde meiner Freunde aus afrikanischen Staaten anschaue, dann sind diese allen Anschein nach alle deutlich über 20 Jahre, haben also eigenes Geld.
    Facebook ist für mich eine Ebene um Kontakte zu halten, aber ich kann mir vorstellen dass es von anderen Personen (in anderen Staaten nicht nur Afrikas) auch als Kontaktbörse verwendet wird.
    Ich meine solche Werbung für Apps unter Facebook schon gesehen zu haben.
    18. April 2011 13:53

Archiv: Facebook in Afrika 2010-2011

(Ein Blogbeitrag vom 12. November 2010 mit Update vom 3. Januar und 11. Februar 2011)

Als ich die Karte Facebook in Europa überarbeitete und zunächst in der Darstellung auch noch einige Länder des so genannten arabischen Nahen Osten am Rande zu sehen waren, stellte ich fest, dass Syrien in der Liste der Facebook-Länder nicht aufgeführt wird. Ein Land mit 20 Millionen Einwohnern und es fehlte, obwohl China, Afghanistan und Iraq zu finden waren.

Da Afrika mich stets interessierte, schaute ich die Liste bei Socialbakers durch und fand weitere Länder, die nicht aufgeführt werden.

Weiß dargestellt sind alle Länder, die nicht von Facebook gelistet werden. Es verwundert mich nicht, dass die Diktaturen im Sudan und in Zimbabwe nicht in der Liste sind, doch das Guinea Bissau, Liberia und Côte d’Ivoire fehlen, obwohl bereits 180 Mitglieder reichen (=Nauru in Ozeanien), um in der Liste aufgeführt zu werden, war dann doch verwunderlich.

Was zeigt die Karte sonst? Ich habe einen dynamischen Maßstab gewählt.
Facebook ist die wichtigste virtuelle soziale Gemeinschaft, doch definitiv nicht die einzige. Doch nur für Facebook kann über socialbakers.com ein Vergleich für 213 Territorien und Länder gemacht werden. Die 53-55 Länder, die zu Afrika gezählt werden (Neben den 53 Staaten, die Mitglied der UNO sind, wären noch Westsahara als Mitglied der Afrikanischen Union und Somaliland, dass sich vor mehr als zehn Jahren als eigener Staat konstituierte, zu nennen), haben 973 Millionen Einwohner, von denen 19,6 Millionen Mitglied bei Facebook sind. Dies entspricht 20 Mitglieder je 1.000 Einwohner.
Mehr als 100 Mitglieder je 1.000 Einwohner haben Tunesien, die Seychellen und Mauritius, die außer Tourismus nichts verbindet. Facebook ist außerdem stark in Südafrika, Djibouti und Marokko vertreten.. Überdurchschnittlich ist die Vertretung in den anderen Nordafrikanischen und zwei der an Südafrika benachbarten Staaten.

Bekannte aus Tanzania und Ghana sind nun auch Mitglied bei Facebook und im Fall von Ghana ist mir auch bekannt, dass dort die Zahl der FB-Mitglieder schnell zunimmt (aktuell bereits 700.000 zum Vergleich Deutschland hatte Mitte Oktober 2007 nur 136.000 Mitglieder).
Hintergrund ist, dass sich in vielen afrikanischen Ländern Mobiltelefonie so rasant entwickelt, dass bereits viele Länder mehr als 100 Telefone je 1.000 Einwohner haben. Ich erwarte eine ähnlich rasante Entwicklung bei den Internetzugängen und in der Folge bei der Zahl der Facebook-Mitglieder. In vielen Ländern lebt die Bevölkerungsmehrheit in Städten und hat damit zumindest rudimentären Zugang zu modernen Kommunikationsmöglichkeiten.

Update 3. Januar 2011
Seit dem 12. November wurden bei Facebook 1,4 Millionen neue Konten mit einer Länderkennung aus Afrika eingerichtet. Es gibt nunmehr 21 Millionen Facebook-Konten aus Afrika. Dies ist nur ein Zuwachs von durchschnittlich 7 Prozent. Doch in Kamerun, Angola, Zambia, beider Congo, Mocambique, Benin, Gabun, Togo, Swaziland, Niger, Eritrea und Burundi wurde ein mindestens doppelt so hoher Zuwachs registriert. In absoluten Zahlen gab es mehr als 320.000 neue Konten in Ägypten, 215.000 in Marokko, um die 100.000 neue Nutzer in Südafrika, Tunesien und Algerien.
Die weißen Flecken bleiben bestehen. Im Unterschied zur ersten Karte gibt es einige wenige farbliche Veränderungen. Ghana, Senegal, Rwanda, Gabun und Mauretanien sind eine Kategorie aufgestiegen.

Update 11. Februar 2011

Seit Anfang des Jahres hat sich Zahl der Facebook-Konten in afrikanischen Staaten um weitere 3 Millionen (+14%) gesteigert. Die weißen Flecken bleiben aber es gibt einen überdurchschnittlichen Zuwachs in Marokko (+411.000), Nigeria (+655.000) und der demokratischen Republik Kongo (+229.000). Das Farbschema wurde nicht angepasst. Ägypten, Angola, Zambia, Gambia und die Zentralafrikanische Republik stiegen jeweils eine Stufe auf.

Archiv: Facebook in Europa 2012

(Ein Blogbeitrag vom 20. April 2012) 

Nachtrag Sommer 2013. Nachdem in mehreren Ländern eine Facebook-Sättigung zu beobachten war, es also nur wenig Wachstum oder sogar zu einer Abnahme der Zahl der Facebook-Konten kam, war die Statistik bei Socialbakers nicht mehr zu sehen. Damit hat sich meine Daten-Quelle geschlossen und diese Momentaufnahme aus dem Frühjahr 2012 ist, wenn auch nicht geplant, mein vorläufig letzter Beitrag zu diesem Thema. 
Ein allerletzter Beitrag findet sich im aktuellen Blog!

Facebook hat unter den verschieden sozialen Netzwerken die größte Anzahl von Nutzern. Im April 2012 waren weltweit bei Facebook 839 Millionen Konten registriert. Diese Mitglieder sind nicht identisch mit der gleichen Zahl von Personen, da jeder schon davon gehört hat, dass einzelne Personen mehr als ein Konto bei Facebook führen.
Die Zahlen der "User" von Facebook werden regelmäßig auf der Social Media-Seite von socialbakers.com veröffentlicht. Dies auch meine Quelle für die folgende Darstellung.

Ich setze die Zahl der Facebook-Konten in Beziehung zur aktuellen Einwohnerzahl.
Facebook hat so etwas wie eine Sättigungsgrenze. Bei den Flächenstaaten liegt diese seit nunmehr zwei Jahren bei 500 Konten je 1.000 Einwohner. Ein Wert, der in der USA, Chile, Neuseeland, Australien und in Europa in Norwegen und Dänemark erreicht wurde.
In Europa (ohne Russland aber mit der Türkei) sind 225 Millionen Facebook-Konten registriert. Bei einer Einwohnerzahl von 669 Millionen ergibt dies eine Quote von 357.

Facebook in Europe, Gesichterbuch, Europakarte 2012, Facebookqoute, Sättigungsgrenze

In absoluten Zahlen sind in der Türkei (30,9 Millionen), Großbritannien (30,6 Mio.), Frankreich (24,2 Mio.), Deutschland (23,4 Mio.), Italien (21,6 Mio.) und Spanien (16,3 Mio.) die meisten Konten registriert.
In relativen Werten haben von den größeren Staaten mit mehr als 3 Millionen Einwohnern Norwegen (527 Konten je 1.000 Einwohner = Quote), Dänemark (Quote 520), Großbritannien (Quote 495), Schweden (Quote 492) und Irland (Quote 433) die meisten Facebookkonten. Auffällig ist hier Deutschland mit einer Quote von 286, die zum Beispiel in Nordafrika von Tunesien mit 289 übertroffen wird. In Deutschland gibt es verschiedene andere sehr erfolgreiche soziale Netzwerke, wie wer-kennt-wen mit 9,6 Millionen Konten, SchülerVZ/StudiVZ mit zusammen etwa 7 Millionen Konten. Oder in den Niederlanden gibt es neben den 6,4 Mio. Facebook-Konten weitere mehr als 10 Millionen Konten bei hyves.nl. Ähnliches gilt für Spanien, wo tuenti.com in Konkurrenz zu Facebook steht.

Ich habe in den letzten Jahren bereits mehrmals Karten zur Verbreitung und zur Ausbreitung von Facebook hier im Blog veröffentlicht. In den letzten 12 Monaten gab es das folgende Wachstum:
Karte, map, carte, Europa, Europe, Facebook accounts, Facebook growth, Facebookkonten, Sättigungsgrenze In Europa wurden 29,3 Millionen neue Facebook-Konten registriert. Dies entspricht einem Wachstum von 15%. Ausgehende von diesem Durchschnittswert habe ich für alle Länder dargestellt, wie deren Wachstum im Verhältnis hierzu ist. Also in welchen Ländern, das Wachstum weniger als die Hälfte betrug (gelb), denen die ein leicht unterdurchschnittliches Wachstum (orange) oder leicht überdurchschnittliches Wachstum (lila) sowie zwei Kategorien für deutlich überdurchschnittliches Wachstum.
In den früheren Beiträgen ging es noch um deutlich höhere Wachstumszahlen.
Die Karte zeigt zwei Tendenzen. Zum einen, die bereits erwähnte Sättigung der maximalen Zahl von Facebookkonten und einen starken Wachstum in den Ländern, in denen Facebook bisher (relativ) schwach vertreten ist.
Deutschland verzeichnet das absolut höchste Wachstum mit 5,5 Mio. neuen Facebook-Konten in Jahresfrist. Es folgen die Türkei (+3,4 Mio.), Spanien, Frankreich und Polen mit jeweils +2,4 Mio., sowie Italien (+2,3 Mio.), die Niederlande (+2,2 Mio.) und Rumänien (+1,5 Mio.).
Bemerkenswert ist dabei Albanien, wo die Zahl der Facebookkonten innerhalb Jahresfrist um 100.000 abnahm. Ob die früheren Zahlen zu optimistisch oder fehlerhaft waren oder ob es tatsächlich zu einer Abwendung von Facebook gekommen ist, ist nicht bekannt.