Donnerstag, Februar 09, 2006

Karikaturen - Fortsetzung

Ein Gedanke zu den Protesten wird nicht oft genug in den Medien genannt. Politische Systeme, die bedroht sind, haben große Interessen daran, dass "ihr Volk" seinen Unmut an Themen ohne klaren Zusammenhang zur Innenpolitik abarbeitet. Im Extremfall zieht ein Land in den Krieg, um von innenpolitischen Krisen abzulenken.
Beispiele:
-Syrien ist eine Diktatur, die innenpolitisch gefährdet ist, da eine arabisch-muslimische Mehrheit alle anderen Gruppen (Kurden, Christen, etc.) gewaltsam unterdrückt.
-Iran (hier sind wohl keine Details notwendig)
-Saudi Arabien, Yemen, Ägypten, etc. (alle Regime sind auf der Regierungsebene Partner der USA, diktatorisch bis undemokratisch und von regelmäßigen Protesten gegen die Regierung erschüttert)
-Pakistan (Militärdiktatur)
-Afghanistan (Illusion eines Staates; der Präsident beherrscht vielleicht die Hauptstadt und einige, wenige Regionen; der Rest ist unter Militärverwaltung entweder eines Warlords oder der US Armee)
Es ist also nicht ungewöhnlich, dass gerade aus diesen Staaten (Libanon ist immer noch eine syrische Kolonie!) vehemente Proteste gegen die Karikaturen und die westliche kulturelle Arroganz zu finden sind.

Wie Ablenkung funktioniert, ist wunderbar in der Satire "Wag the Dog" (Barry Levinson 1997) zu sehen.

Keine Kommentare: