(Archiv: 29. März 2007)
Nicht erst am Wochenende, als die Regierungsvertreter aller 27 Staaten der EU die lächerlich nichtige Berliner Erklärung feierten, wird viel über die Errungenschaften und Fehlentwicklungen der jüngeren europäischen Geschichte berichtet. Im Februar wurde ein Text von Prof. Dr. Timothy Garton Ash zur Neueren Europäischen Geschichte ins Deutsche übersetzt und seitdem zweimal veröffentlicht. Prof. Ash lehrt European Studies in the University of Oxford und versteht seinen Text als Denkanstoß für eine Debatte darüber, was uns verbindet und trennt.
Damit dies eine wahrhaft europäische Debatte wird, wurde der zunächst im britischen Magazin Prospect erschienene Text zwischenzeitlich ins Polnische (Gazeta Wyborcza 10. Februar), Italienische (La Reppublica), Norwegische (Depesjer 10. Februar) und Portugiesische (Publico 11. März) übersetzt. Die deutsche Version wurde von Thekla Dannenberg übersetzt und erschien zunächst am 26. Februar im Perlentaucher und am 24. März leicht gekürzt in der taz.
Timothy Garton Ash empfiehlt eine Neue Europäische Geschichte unter den Stichworten Freiheit, Frieden, Recht, Solidarität, Vielfalt und Wohlstand zu diskutieren. Hierzu wurde mit www.europeanstory.net/ eine Website eingerichtet, auf der Prof. Ash mit einigen Studenten aus Oxford die Debatte moderiert. Leider muss man hier wieder einmal feststellen, dass einzelne Personen diese Diskussionplattform für ihre Debatten mißbrauchen. Viele Beiträge haben wenig bis gar nichts mit dem Ausgangstext zu tun haben und münden schließlich in Kommentaren zu aktuellen weltpolitischen Entwicklungen.
Zu den sechs Themen wurden im Impulsessay jeweils Erfolge und Defizite der europäischen Entwicklungen aufgeführt.
Dies erscheint mir eine fruchtbare Debatte, denn die eigene Zuschreibung "ich bin ein Europäer" sollte mit Werten, Idealen und einer gemeinsamen Identität gefüllt werden. Europa ist schließlich mehr als die EU und sein europäischer Binnenmarkt mit eigener Währung.
Die Erfolge der jüngeren europäischen Geschichte werden durch einige der aufgeführten Defizite aufgewogen. Dies gilt besonders für den Frieden. Die Jubelreden zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge klingen dissonant, wenn nicht an die Kriege in der ehemaligen Bundesrepublik Jugoslawien erinnert wird. Und der Mantel der so genannten Globalisierung wird von vielen Regierungen verwendet, um Wohlstand und Solidarität in den einzelnen Staaten neu zu definieren.
Ich bin umgezogen. Seit Januar 2007 lautet die Blogadresse: http://ulaya.blogspot.com/ Hier finden sich alte Beiträge von 2005-06 und hier werden Beiträge aus dem genannten, aktuellen Blog archiviert.
Mittwoch, März 03, 2010
CeBIT 2007
(Archiv: 21. März 2007)
Gestern war ich erstmals auf der CeBIT. Ohne eine Freikarte wäre ich nicht zum Messegelände gefahren. Zunächst war es enttäuschend, denn ich hatte mich sofort auf den Weg zur Halle 5 begeben, wo es eine Linux-Welt geben sollte. Ich habe mir schon lange vorgenommen, Linux über Knoppix oder Ubuntu auszuprobieren. Meine guten Linuxerfahrungen mit Suse sind nun schon mehr als sechs Jahre alt.
Die CeBIT ist stolz darauf, dass die weit überwiegende Mehrheit der Besucher Fachleute sind. In der Linux-Welt fanden sich entsprechend nur Unternehmen, die spezielle Angebote für Linux bewarben. Ich verstand noch nicht einmal, worum es geht, da ich niemals in die Welt der Administratoren eingetaucht bin und dafür auch überhaupt kein Fachwissen haben.
Schließlich fand ich doch einen interessanten Stand, wo ich erstmals inne hielt und mir dann einen Vortrag anhörte. Viele Stände boten regelmäßig Vorträge zu Aspekten ihrer Produkte oder zu allgemeineren Themen an. Dieses Software Unternehmen bot Informationen zum so genannten Web2.0. Nach einer kurzen Einführung konzentrierte sich der Redner –natürlich unterstützt von einer aufwendigen Form von PowerPoint– auf das Thema Blog und deshalb blieb ich.
Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass es zur Zeit weltweit 80-90 Millionen Blogs gibt und täglich 100.000 hinzukommen. Dies umfasst sowohl Textblogs wie meinen als auch Videoblogs. Der Redner machte Werbung dafür, dass Unternehmer einen Blog auf ihren Seiten einrichten. Dies sei eine weitere Möglichkeit für Kontakte und Kritik der Kunden. Es wurde die Ergebnisse einer großen europäischen Umfrage zur Bedeutung verschiedener Quellen der Produktinformationen vorgeführt. Individuelle Blogs sind bereits mit etwa 20 Prozent der Nennungen die drittwichtigste Informationsquelle. Viele potentielle Kunden lesen die subjektiven Bewertungen tatsächlicher Kunden lieben, als die Werbeprosa eines Unternehmens.
Blogger haben sogar bereits bewiesen, dass sie eine Macht im Wirtschaftsgeschehen sind. Dies wurde an drei Beispielen ausgeführt:
Aus ich wieder alleine durch die Hallen streifte, war ich dann doch mehrmals fasziniert. Ich hatte den Bereich Business Processes verlassen und ging nun durch die Hallen Digital Equipment and Systems. Hier waren Produkte zu sehen, die ein Konsument wie ich vielleicht auch einmal nutzt. Ein russischer Anbieter hatte große Touchscreens und Software für Bildungseinrichtungen. Da gab es zum Beispiel stumme Karten, wo nur der Umriss von Europa zu sehen war und die am Rande liegenden Länderumrisse richtig platziert werden sollten. Ein anderer Anbieter bot einen Touchscreen mit dem innerhalb von GoogleEarth navigiert werden konnte. Das war wie in einem Science Fiction. Mit dem Finger auf einer Satellitenaufnahme zu fahren und die Ansicht zu verändern.
Dann kam der erwartete Anruf eines Freundes und es gelang uns tatsächlich innerhalb einer Halle zu treffen. Ein weiterer Freund wurde telefonisch dirigiert und nun zog ich mit zwei Dipl-Ing. E-Tech/Informatik durch die Hallen.
Er hatte bereits den Stand von Ubuntu besucht und führte uns durch das Gewusel der riesigen Halle 1 direkt zum Stand. Ein launiges englisches Gespräch mit dem Personal und schon hatte ich Ubuntu 6.10 in meiner Hand. Wann mache ich den großen Sprung zu dieser Linux-Variante?
Gemeinsam gingen wir durch sechs Hallen. Viele Kommentare der beiden gingen an mir vorbei, aber es war dennoch viel angenehmer als das vorherige ziellose Durchstreifen. Viele kritische Kommentare fielen zu einigen Präsentationen. So wurde oftmals nicht angezeigt, wie viel Energie einzelnen Bauteile oder ein ganzes System benötigen. Ich suchte einmal auf der Rückseite eines 66-Zoll-Plasmabildschirmes und fand dort die Angabe 600 Watt. Eine schnelle Kalkulation: Wenn dieses Gerät täglich fünf Stunden im Betrieb ist (=3 kWh), würde dieser Bildschirm im Jahr (=1,095 MWh) so viel Strom verbrauchen, als zur Zeit ein Deutscher (1 MWh) für seinen ganzen Haushalt verwendet. Die beiden Techniken interessierten sich nicht nur aus Umweltschutzgründen für den Stromverbrauch, sondern in ihren Planungen geht es auch um Server, Router und andere Geräte, die natürlich 24 Stunden am Tag laufen und dann geht es irgendwann ins Geld. Ob nun ein Bauteil von vielen 5 oder 21 Watt benötigt, macht dann einen großen Unterschied in den jährlichen Kosten:
Zum Abschluss waren wir am Stand der Firma, für die einer der beiden programmiert. Hier war die extreme Arbeitsteilung zu erkennen. Es benötigte einige Minuten Erklärungen, bis deutlich wurde, was genau sein Anteil an einem auf der Messe ausgestellten Produkt ist. Nun weiß ich es.
Gestern war ich erstmals auf der CeBIT. Ohne eine Freikarte wäre ich nicht zum Messegelände gefahren. Zunächst war es enttäuschend, denn ich hatte mich sofort auf den Weg zur Halle 5 begeben, wo es eine Linux-Welt geben sollte. Ich habe mir schon lange vorgenommen, Linux über Knoppix oder Ubuntu auszuprobieren. Meine guten Linuxerfahrungen mit Suse sind nun schon mehr als sechs Jahre alt.Die CeBIT ist stolz darauf, dass die weit überwiegende Mehrheit der Besucher Fachleute sind. In der Linux-Welt fanden sich entsprechend nur Unternehmen, die spezielle Angebote für Linux bewarben. Ich verstand noch nicht einmal, worum es geht, da ich niemals in die Welt der Administratoren eingetaucht bin und dafür auch überhaupt kein Fachwissen haben.
Schließlich fand ich doch einen interessanten Stand, wo ich erstmals inne hielt und mir dann einen Vortrag anhörte. Viele Stände boten regelmäßig Vorträge zu Aspekten ihrer Produkte oder zu allgemeineren Themen an. Dieses Software Unternehmen bot Informationen zum so genannten Web2.0. Nach einer kurzen Einführung konzentrierte sich der Redner –natürlich unterstützt von einer aufwendigen Form von PowerPoint– auf das Thema Blog und deshalb blieb ich.
Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass es zur Zeit weltweit 80-90 Millionen Blogs gibt und täglich 100.000 hinzukommen. Dies umfasst sowohl Textblogs wie meinen als auch Videoblogs. Der Redner machte Werbung dafür, dass Unternehmer einen Blog auf ihren Seiten einrichten. Dies sei eine weitere Möglichkeit für Kontakte und Kritik der Kunden. Es wurde die Ergebnisse einer großen europäischen Umfrage zur Bedeutung verschiedener Quellen der Produktinformationen vorgeführt. Individuelle Blogs sind bereits mit etwa 20 Prozent der Nennungen die drittwichtigste Informationsquelle. Viele potentielle Kunden lesen die subjektiven Bewertungen tatsächlicher Kunden lieben, als die Werbeprosa eines Unternehmens.
Blogger haben sogar bereits bewiesen, dass sie eine Macht im Wirtschaftsgeschehen sind. Dies wurde an drei Beispielen ausgeführt:
- Ein Berliner Blog über das Geschäftsgebaren der Mobiltelefonklingeltonfirma Jamba kritisierte im Stil "Die Sendung mit der Maus" die Abo-Verträge der Firma, die vielen vor allem Kindern und Jugendlichen monatlich viel Geld abnahmen. Dieser Beitrag sprach sich schnell herum und wurde oftmals angeklickt. Hieraus entwickelte sich eine öffentliche Kampagne, die schließlich zu einer Novelle des Telekommunikationsgesetztes führte. Das Plündern des Taschengeldes ist nun erschwert. Wenn unter Google.de der Suchbegriff Jamba eingegeben wird, erscheint der kritische Blogeintrag von 2004 selbst Jahre später immer noch als 3. Eintrag (Stand 22.03.2007 / 15:00 Uhr).
- Ein Mitarbeiter der US-Firma Kryptonite, die u.a. einen guten Namen für Fahrradschlösser hat(te), verwies seine Vorgesetzte auf einen Produktionsfehler der Schlösser und wurde daraufhin gefeuert. Er veröffentlichte in seinem Blog ein primitives Video, in dem er zeigte, wie mit einem billigen Kugelschreiber eines der sehr teuren Fahrradschlösser geknackt werden kann. Die Seite wurde sehr oft aufgerufen. Die Rückrufaktion von Kryptonite kostete Millionen und angeblich sind die Schlösser nun sicher.
- Der CEO von Sun Microsystems begann vor zwei Jahren einen Blog. LeserInnen durften zunächst nur Emails, dann aber doch auch Kommentare zu seinen Einträgen abgeben. Es gab Tausende von Reaktionen und der CEO hüllte sich dann für drei Monate in Schweigen. Mit dem nächsten Beitrag bedankte er sich bei seinen LeserInnen und schrieb, dass er in den letzten Monaten mehr über seine Firma und ihre Produkte erfahren hatte, als in den 15 Jahren vorher. Seitdem hat Sun Customer Rated Reviews.
Aus ich wieder alleine durch die Hallen streifte, war ich dann doch mehrmals fasziniert. Ich hatte den Bereich Business Processes verlassen und ging nun durch die Hallen Digital Equipment and Systems. Hier waren Produkte zu sehen, die ein Konsument wie ich vielleicht auch einmal nutzt. Ein russischer Anbieter hatte große Touchscreens und Software für Bildungseinrichtungen. Da gab es zum Beispiel stumme Karten, wo nur der Umriss von Europa zu sehen war und die am Rande liegenden Länderumrisse richtig platziert werden sollten. Ein anderer Anbieter bot einen Touchscreen mit dem innerhalb von GoogleEarth navigiert werden konnte. Das war wie in einem Science Fiction. Mit dem Finger auf einer Satellitenaufnahme zu fahren und die Ansicht zu verändern.
Dann kam der erwartete Anruf eines Freundes und es gelang uns tatsächlich innerhalb einer Halle zu treffen. Ein weiterer Freund wurde telefonisch dirigiert und nun zog ich mit zwei Dipl-Ing. E-Tech/Informatik durch die Hallen.
Er hatte bereits den Stand von Ubuntu besucht und führte uns durch das Gewusel der riesigen Halle 1 direkt zum Stand. Ein launiges englisches Gespräch mit dem Personal und schon hatte ich Ubuntu 6.10 in meiner Hand. Wann mache ich den großen Sprung zu dieser Linux-Variante?Gemeinsam gingen wir durch sechs Hallen. Viele Kommentare der beiden gingen an mir vorbei, aber es war dennoch viel angenehmer als das vorherige ziellose Durchstreifen. Viele kritische Kommentare fielen zu einigen Präsentationen. So wurde oftmals nicht angezeigt, wie viel Energie einzelnen Bauteile oder ein ganzes System benötigen. Ich suchte einmal auf der Rückseite eines 66-Zoll-Plasmabildschirmes und fand dort die Angabe 600 Watt. Eine schnelle Kalkulation: Wenn dieses Gerät täglich fünf Stunden im Betrieb ist (=3 kWh), würde dieser Bildschirm im Jahr (=1,095 MWh) so viel Strom verbrauchen, als zur Zeit ein Deutscher (1 MWh) für seinen ganzen Haushalt verwendet. Die beiden Techniken interessierten sich nicht nur aus Umweltschutzgründen für den Stromverbrauch, sondern in ihren Planungen geht es auch um Server, Router und andere Geräte, die natürlich 24 Stunden am Tag laufen und dann geht es irgendwann ins Geld. Ob nun ein Bauteil von vielen 5 oder 21 Watt benötigt, macht dann einen großen Unterschied in den jährlichen Kosten:
- 5 Watt = 43,8 kWh/a = €13,65 oder
- 21 Watt = 183,96 kWh/a = €57,35
Zum Abschluss waren wir am Stand der Firma, für die einer der beiden programmiert. Hier war die extreme Arbeitsteilung zu erkennen. Es benötigte einige Minuten Erklärungen, bis deutlich wurde, was genau sein Anteil an einem auf der Messe ausgestellten Produkt ist. Nun weiß ich es.
Messe in Hannover und Messejobs
(Archiv: 14. März 2007)
Die Deutsche Messe AG ist direkt und vor allem indirekt einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Stadt Hannover und beeinflusst mit ihren Aktivitäten den Jahresverlauf in der Stadt.
Bis in die 90-er Jahre wuchs die Hannover-Messe zur wichtigsten und weltweit größten Industriemesse. Der Erfolg gemessen in der Zahl der Fachbesucher, der ausstellenden Firmen und der vollständigen Auslastung aller Ausstellungsflächen zwang die Deutsche Messe AG die Computer- und Kommunikationsindustrie aus dieser Messe auszugliedern und so entstand 1986 die CeBIT als eigene Messe. Der Erfolg ging weiter bis zum Platzen der Internetblase an den Börsen. Zwischenzeitlich soll es eine größere Industriemesse in China geben und die Computer- und Kommunikationsindustrie stellt an vielen Orten aus, so dass die CeBIT nicht mehr die Leitmesse ist.
Die beiden genannten internationalen Großmessen schaffen viele Jobs in der Stadt. Jobs beim Aufbau der Stände, der Präsentation während der Messe und der verschiedenen Dienstleistungen auf dem Messegelände (u.a. Bewachung) und in der Stadt. Für die Messe reisen nicht nur Fachbesucher und interessierte Laien an, sondern auch Menschen aus einem grauen Gewerbe. Banden von Taschendieben haben es zu dieser Zeit leichter und Prostituierte reisen von weit her an. Für die letzten beiden Gewerbe und Handwerke gibt es keine verlässlichen Statistiken, aber jeder in der Stadt weiß es und die öffentlichen Warnungen vor den Taschendieben werden ausdrücklich verstärkt.
Die Messe zeigt sich nicht nur im vermehrten Flugverkehr (+50% zu den Wochen vor den Messen), sondern auch in den fremden Nummernschildern an den Taxis. Hier ist Geld zu verdienen, auch wenn jeder Einheimische weiß, dass es ausgesprochen dämlich ist, bei dem erhöhten Verkehrsaufkommen mit dem Taxi zum Messegelände zu fahren, da in einem Drittel der Zeit die U-Bahn einen zum Ziel bringen würde.
Jedes Jahr wieder bittet die Deutsche Messe AG, dass das Hotel- und Gaststättengewerbe endlich damit aufhört, zu den Messen spezielle Preise (mit einem immer wieder genannten Aufschlag von um die 100 Prozent) zu verlangen. Ich kenn' die Regel für uns Einheimische, dass während Messe kein Restaurant aufgesucht wird. Zu viele Anzugträger, zu viele Gäste und entsprechend zu laut und eng, verderben die besten Speisen.
Messe bedeutet auch, dass plötzlich die eigene, kleine Stammkneipe von Anzugträgern gefüllt wird. Ich habe dies aber auch schon im Positiven bemerken können, denn das Spesenkonto war zumindest früher sehr großzügig ausgestattet und ein kostenloses Bier schmeckt noch besser und verführt dazu, dass eines zu viel getrunken wird.
Doch die Messe bietet nicht nur Jobs und hohe Gewinne für Handwerk, Gewerbe und Dienstleistungen, sondern ist auch eine große Einnahmequelle für viele Menschen in der Stadt, die Zimmer oder gleich ihre ganze Wohnung an Messegäste und Firmen vermieten. Für jeweils eine Woche Messe wird eine Miete verlangt und gezahlt, die sonst für einen Monat fällig wäre. Wem es gelingt, seine Wohnung für beide große Messen so vermieten, der muss nur noch das kleine Problem der eigenen Unterkunft lösen und hat zwei Monatsmieten Einnahme.
Ich habe in den mehr als zwanzig Jahren in Hannover verschiedene Menschen kennen gelernt, die einzelne Zimmer oder sogar eine ganze Wohnung an Messegäste vergeben. Für mich war dies nie eine Einnahmequelle, da ich entweder nicht alleine über den von mir bewohnten Raum verfügen konnte oder seit Jahren meine Wohnung mit persönlichen Erinnerungsstücken angefüllt ist. Die Vorstellung, dass jemand sich bei mir bedient und vergisst etwas zurück zu geben (wie die höfliche Umschreibung für Diebstahl heißt) oder etwas aus Versehen beschädigt oder zerstört, ist mir zuwider. Doch andere Menschen haben sich auf diese Einnahmequelle eingestellt, zusätzliche Gästebetten gekauft und sind in der Lage fremde Menschen in ihrer Privatsphäre wohnen zu lassen. Mein Unwohlsein würde sich vermutlich auch schnell legen, denn die Messegäste sind nur im ersten Jahr fremd. Das kenne ich schließlich von den Bekannten, die alle in der Regel immer die selben Firmen als Mieter ihrer Zimmer bzw. Wohnungen haben und die Firmen senden oftmals dieselben Leute jedes Jahr nach Hannover.
In diesem Jahr habe ich einen Messegast zur CeBIT, die heute offiziell eröffnet wird, aber ich habe keine Einnahmen daraus. Eine sehr gute Bekannte kommt aus einer fernen Stadt, um auf dem Messegelände zu arbeiten. Für diese Unterkunft kann und will ich kein Geld verlangen, dass ist für mich klassischer Freundschaftsdienst. Ich freue mich statt dessen über lange Gespräche am Abend!
Die Deutsche Messe AG ist direkt und vor allem indirekt einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Stadt Hannover und beeinflusst mit ihren Aktivitäten den Jahresverlauf in der Stadt.
Bis in die 90-er Jahre wuchs die Hannover-Messe zur wichtigsten und weltweit größten Industriemesse. Der Erfolg gemessen in der Zahl der Fachbesucher, der ausstellenden Firmen und der vollständigen Auslastung aller Ausstellungsflächen zwang die Deutsche Messe AG die Computer- und Kommunikationsindustrie aus dieser Messe auszugliedern und so entstand 1986 die CeBIT als eigene Messe. Der Erfolg ging weiter bis zum Platzen der Internetblase an den Börsen. Zwischenzeitlich soll es eine größere Industriemesse in China geben und die Computer- und Kommunikationsindustrie stellt an vielen Orten aus, so dass die CeBIT nicht mehr die Leitmesse ist.
Die beiden genannten internationalen Großmessen schaffen viele Jobs in der Stadt. Jobs beim Aufbau der Stände, der Präsentation während der Messe und der verschiedenen Dienstleistungen auf dem Messegelände (u.a. Bewachung) und in der Stadt. Für die Messe reisen nicht nur Fachbesucher und interessierte Laien an, sondern auch Menschen aus einem grauen Gewerbe. Banden von Taschendieben haben es zu dieser Zeit leichter und Prostituierte reisen von weit her an. Für die letzten beiden Gewerbe und Handwerke gibt es keine verlässlichen Statistiken, aber jeder in der Stadt weiß es und die öffentlichen Warnungen vor den Taschendieben werden ausdrücklich verstärkt.
Die Messe zeigt sich nicht nur im vermehrten Flugverkehr (+50% zu den Wochen vor den Messen), sondern auch in den fremden Nummernschildern an den Taxis. Hier ist Geld zu verdienen, auch wenn jeder Einheimische weiß, dass es ausgesprochen dämlich ist, bei dem erhöhten Verkehrsaufkommen mit dem Taxi zum Messegelände zu fahren, da in einem Drittel der Zeit die U-Bahn einen zum Ziel bringen würde.
Jedes Jahr wieder bittet die Deutsche Messe AG, dass das Hotel- und Gaststättengewerbe endlich damit aufhört, zu den Messen spezielle Preise (mit einem immer wieder genannten Aufschlag von um die 100 Prozent) zu verlangen. Ich kenn' die Regel für uns Einheimische, dass während Messe kein Restaurant aufgesucht wird. Zu viele Anzugträger, zu viele Gäste und entsprechend zu laut und eng, verderben die besten Speisen.
Messe bedeutet auch, dass plötzlich die eigene, kleine Stammkneipe von Anzugträgern gefüllt wird. Ich habe dies aber auch schon im Positiven bemerken können, denn das Spesenkonto war zumindest früher sehr großzügig ausgestattet und ein kostenloses Bier schmeckt noch besser und verführt dazu, dass eines zu viel getrunken wird.
Doch die Messe bietet nicht nur Jobs und hohe Gewinne für Handwerk, Gewerbe und Dienstleistungen, sondern ist auch eine große Einnahmequelle für viele Menschen in der Stadt, die Zimmer oder gleich ihre ganze Wohnung an Messegäste und Firmen vermieten. Für jeweils eine Woche Messe wird eine Miete verlangt und gezahlt, die sonst für einen Monat fällig wäre. Wem es gelingt, seine Wohnung für beide große Messen so vermieten, der muss nur noch das kleine Problem der eigenen Unterkunft lösen und hat zwei Monatsmieten Einnahme.
Ich habe in den mehr als zwanzig Jahren in Hannover verschiedene Menschen kennen gelernt, die einzelne Zimmer oder sogar eine ganze Wohnung an Messegäste vergeben. Für mich war dies nie eine Einnahmequelle, da ich entweder nicht alleine über den von mir bewohnten Raum verfügen konnte oder seit Jahren meine Wohnung mit persönlichen Erinnerungsstücken angefüllt ist. Die Vorstellung, dass jemand sich bei mir bedient und vergisst etwas zurück zu geben (wie die höfliche Umschreibung für Diebstahl heißt) oder etwas aus Versehen beschädigt oder zerstört, ist mir zuwider. Doch andere Menschen haben sich auf diese Einnahmequelle eingestellt, zusätzliche Gästebetten gekauft und sind in der Lage fremde Menschen in ihrer Privatsphäre wohnen zu lassen. Mein Unwohlsein würde sich vermutlich auch schnell legen, denn die Messegäste sind nur im ersten Jahr fremd. Das kenne ich schließlich von den Bekannten, die alle in der Regel immer die selben Firmen als Mieter ihrer Zimmer bzw. Wohnungen haben und die Firmen senden oftmals dieselben Leute jedes Jahr nach Hannover.
In diesem Jahr habe ich einen Messegast zur CeBIT, die heute offiziell eröffnet wird, aber ich habe keine Einnahmen daraus. Eine sehr gute Bekannte kommt aus einer fernen Stadt, um auf dem Messegelände zu arbeiten. Für diese Unterkunft kann und will ich kein Geld verlangen, dass ist für mich klassischer Freundschaftsdienst. Ich freue mich statt dessen über lange Gespräche am Abend!
Wann kommt endlich die Kerosinsteuer?
(Archiv: 13. März 2007)
Das Umweltbundesamt hat berechnet, dass für einen Flug von Frankfurt nach Mallorca und zurück bei einer voll ausgelasteten Mittelstreckenflugzeug 74 Liter Kerosin je Person verbraucht werden. ATTAC fordert seit Jahren, dass endlich eine Kerosinsteuer erhoben wird und in der aktuellen Klimadebatte wurde bekannt, dass in Deutschland Flüge ins Ausland auch noch von der Mehrwertsteuer befreit sind.
Ich fliege im August von Köln nach Barcelona und habe für den Hin- und Rückflug nur €81,94 (Aufschlüsselung der Kosten) bezahlt. Dies ist ein Beispiel für die Subvention von Flugreisen durch nicht erhobene Gebühren und Steuern. Ich bin sofort bereit Kerosin- und Mehrwertsteuer zu bezahlen und lehne die alternativen Verdummungsaktionen mit Green Miles, etc. ab.
Die Reiseindustrie warnt davor, dass dann die Zahl der Reisenden deutlich abnehmen würde. Gut so, das sollte auch das Hauptziel der Preiserhöhung sein. Unnötige Reisen unattraktiv machen.
Die CO2-Debatte zum Flugverkehr ist auch so eine Verdummung. Alle emitierten Stoffe (Wasserdampf, CO2, Schwefel- und Stickoxide) entfalten das Mehrfache ihre klimaverändernden Wirkung, um so höher sie ausgestoßen werden. Die in den Medien gehandelten 3% CO-Ausstoß durch Flugzeuge entsprechen dem Mehrfachen eines CO-Ausstoßes von erdgebundenen Verkehrsmitteln.
Was bedeuten die beiden bisher nicht erhobenen Steuern nun konkret. Angenommen, dass etwa 70 Liter Kerosin pro Person verbraucht werden, um Reisende auf der Strecke Köln – Barcelona – Köln zu transportieren und das sich die Kerosinsteuer an der Mineralölsteuer für schwefelfreien Diesel orientiert, müssten 47,04 Cent je Liter bezahlt werden, also €32,93 für den Hin- und Rückflug. Wird nun noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent hinzuaddiert (= €21,83), würde der Flug statt €81,94 dann €136,70 kosten. Das sind €54,76 mehr, entsprechend eine Preissteigerung von 40 Prozent.
Ich warte immer noch, dass Politiker den Mut haben, diese beiden Steuern durchzusetzen. Doch die große Koalition wird es sich nicht trauen. Ich hoffe auf Initiativen, die von ATTAC durch das Europäische Parlament schließlich bei der Europäischen Kommission ankommen. In Brüssel wird in Jahrzehnten gedacht und damit sind ökologische Reformen eher von dort zu erwarten. National ändert es sich nur schnell nach einer Katastrophe.
Das Umweltbundesamt hat berechnet, dass für einen Flug von Frankfurt nach Mallorca und zurück bei einer voll ausgelasteten Mittelstreckenflugzeug 74 Liter Kerosin je Person verbraucht werden. ATTAC fordert seit Jahren, dass endlich eine Kerosinsteuer erhoben wird und in der aktuellen Klimadebatte wurde bekannt, dass in Deutschland Flüge ins Ausland auch noch von der Mehrwertsteuer befreit sind.
Ich fliege im August von Köln nach Barcelona und habe für den Hin- und Rückflug nur €81,94 (Aufschlüsselung der Kosten) bezahlt. Dies ist ein Beispiel für die Subvention von Flugreisen durch nicht erhobene Gebühren und Steuern. Ich bin sofort bereit Kerosin- und Mehrwertsteuer zu bezahlen und lehne die alternativen Verdummungsaktionen mit Green Miles, etc. ab.
Die Reiseindustrie warnt davor, dass dann die Zahl der Reisenden deutlich abnehmen würde. Gut so, das sollte auch das Hauptziel der Preiserhöhung sein. Unnötige Reisen unattraktiv machen.
Die CO2-Debatte zum Flugverkehr ist auch so eine Verdummung. Alle emitierten Stoffe (Wasserdampf, CO2, Schwefel- und Stickoxide) entfalten das Mehrfache ihre klimaverändernden Wirkung, um so höher sie ausgestoßen werden. Die in den Medien gehandelten 3% CO-Ausstoß durch Flugzeuge entsprechen dem Mehrfachen eines CO-Ausstoßes von erdgebundenen Verkehrsmitteln.
Was bedeuten die beiden bisher nicht erhobenen Steuern nun konkret. Angenommen, dass etwa 70 Liter Kerosin pro Person verbraucht werden, um Reisende auf der Strecke Köln – Barcelona – Köln zu transportieren und das sich die Kerosinsteuer an der Mineralölsteuer für schwefelfreien Diesel orientiert, müssten 47,04 Cent je Liter bezahlt werden, also €32,93 für den Hin- und Rückflug. Wird nun noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent hinzuaddiert (= €21,83), würde der Flug statt €81,94 dann €136,70 kosten. Das sind €54,76 mehr, entsprechend eine Preissteigerung von 40 Prozent.
Ich warte immer noch, dass Politiker den Mut haben, diese beiden Steuern durchzusetzen. Doch die große Koalition wird es sich nicht trauen. Ich hoffe auf Initiativen, die von ATTAC durch das Europäische Parlament schließlich bei der Europäischen Kommission ankommen. In Brüssel wird in Jahrzehnten gedacht und damit sind ökologische Reformen eher von dort zu erwarten. National ändert es sich nur schnell nach einer Katastrophe.
Staatssekretär Michael Müller zur Umweltdebatte in Deutschland
(Archiv: 21. Februar 2007)
Vom Parlamentarischen Staatssekretär Michael Müller (SPD) (hier Kurzbiographie) im Bundesumweltministerium wurde am 20. 02.07 ein Interview zur Umweltdebatte in meiner Zeitung veröffentlicht, dass einige analytische Einsichten zeigt. Einige kernige Aussagen:
Vom Parlamentarischen Staatssekretär Michael Müller (SPD) (hier Kurzbiographie) im Bundesumweltministerium wurde am 20. 02.07 ein Interview zur Umweltdebatte in meiner Zeitung veröffentlicht, dass einige analytische Einsichten zeigt. Einige kernige Aussagen:(...) mit den alten Strukturen, schon gar nicht mit der Atomkraft, ist das Klima nicht zu retten. Es geht längst um mehr als nur um die Energie- und Umweltpolitik. Wir sind an einer Wegscheide: Das 21. Jahrhundert wird entweder ein Jahrhundert der Gewalt oder ein Jahrhundert der Nachhaltigkeit. Das ist noch nicht entschieden. Vieles deutet darauf hin, dass die Welt auf dem ersten Weg ist.
(...) Natürlich hat der Klimaschutz Konjunktur, wie schon Anfang der neunziger Jahre. Aber es bleibt an der Oberfläche, wenn nicht auch die "Systemfrage" gestellt wird. Das heißt: Wir brauchen eine neue Kultur, die unseren heutigen Umgang mit Zeit radikal in Frage stellt. Wir leben in einer Art permanenter Gegenwart, die von der Verkoppelung von Zeit und Geld geprägt ist. Unter dieser Diktatur der kurzen Frist wird es keine wirklichen Lösungen geben, sind wir weder zur Reflexion noch zur Antzipation fähig.
(...) Die kapitalistische Philosophie des "Mehr, schneller und weiter" ist am Ende. In seiner jetzigen Form ist der Kapitalismus die Vergangenheit. Wir müssen eine neue Kulturform entwickeln, eine Kultur des qualifizierten Wachstums. Das ist nicht nur eine Frage des Weltklimas. Das wird uns auch durch die Endlichkeit der Rohstoffe und die nachholende Industrialisierung bevölkerungsreicher Schwellenländer diktiert.
(...) Ein wenig ist unsere Welt wie "Forrest Gump", ein halbgebildeter Idiot, der in Teilbereichen unglaublich gut ist, aber nichts von den Zusammenhängen versteht. Wir leben immer mehr in Teilwelten mit einer Partiallogik. Der Hedgefond-Manager, der Werbemanager, der Produzent von besonders schönen Nudeln: Jeder ist in seinem Fach extrem gut. Aber immer seltener wird die Frage gestellt: Was steckt dahinter? Die Rationalität der Gesamtentwicklung geht verloren. Sie zerfällt in Teilwelten mit ganz unterschiedlichen Wahrnehmungen. Ein anderes Syndrom ist, nur noch im Hier und Jetzt zu leben. Diese Pausenlosigkeit raubt uns die Chance, aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen.
(Meine Herausstellungen, das ungekürzte Interview findet sich hier. Das Interview mit der taz führte Nick Reimer)
www2 und der neue Blogger
(Archiv: 19. Februar 2007)
Ist der neue Blogger mit seinen erweiterten Funktionen wirklich ein Fortschritt? Andere Blogger, die auf dieser zum Google-Imperium gehörenden Webadresse ihr digitales Tagebuch verfassen, können über eine Labelsuchfunktion ähnliche Beiträge bei anderen Bloggern suchen. Gleichzeitig scheinen die Texte schneller und konsequenter in den Datenbestand von Google eingebunden zu werden.
Bis zum Verfassen dieses Beitrags hatte ich 1.007 Besucher in diesem Blog, die 1.305 einzelne Texte, die aktuelle Seite oder unter einem Label oder Monatsnamen Textzusammenstellungen anschauten. Die Statistiken des BlogCounters (u.a. sehr abwegige Google-Suchbegriffe und die ausgewiesene Aufenthaltszeit auf einer Seite) lassen mich vermuten, dass die Mehrzahl vermutlich Irrläufer waren. Wikipedia scheint immer noch nicht die Informationsquelle erster Wahl zu sein. Es gibt natürlich etliche Mängel in der digitalen Enzyklopädie, doch die mir vorliegenden Google-Suchbegriffe, die zu diesem Blog führten, wären dort ausführlicher beantwortet wurden.
Im BlogCounter werden regelmäßig SPAM-Absender und Absender mit den Top-Level-Domains .com, .net und anderer nicht länderspezifischer Kennung, die oftmals hinter den kuriosen Suchbegriffen stehen, gelöscht, um eine realistische Zahl der Lesenden zu erhalten. Der Zählerstand auf dieser Seite repräsentiert weniger als die Hälfte aller notierten Besucher.
Ich habe weiterhin meine regelmäßigen LeserInnen. Besonders sind hier die drei Autoren der befreundeten Blogs, verschiedenen Menschen, die ich im Rahmen des Europa-Kollegs kennen und schätzen gelernt habe und meine Schwester zu nennen. Dies zeigt sich deutlich in meinem Länderranking: Deutschland (581) – Tschechische Republik (71) – Österreich (43) – Schweiz (39) – Finnland (32) – Niederlande (15) – Frankreich (13).
Erfolgreiche individuelle Seiten, die nicht über Suchlabel oder Monatsübersichten eingesehen wurden, sind der Index zum Blog des Europa-Kollegs 2006 (30), meine genealogische Bemerkung zu meinen Vorfahren aus der Familie Meyer auf dem Rittergut Veerse (16) und allgemein zur Genealogie im Kirchspiel Scheeßel (11). Von meinen vielen Filmbesprechungen wurde nur Sofia Coppolas Marie Antoinette (15) häufig angeklickt (der Beitrag zu dem exzellenten Film Children of Men von Alfonso Cuaron verbuchte dagegen nur 4 Klicks). Meine Beiträge zum Rio Reiser-Abend (14) zum Trillke Trio (12) und zu Rangin (10) wurden ähnlich oft eingesehen, wie meine Etymologie der Wörter Kakerlake (11), Moin (11), Tschüss (10), Ciao (10). Mein Kommentar zu Schußwaffen in Deutschland (11) führt einige verwirrte Googlenutzer hoffentlich zur Quelle BKA.
Ist der neue Blogger mit seinen erweiterten Funktionen wirklich ein Fortschritt? Andere Blogger, die auf dieser zum Google-Imperium gehörenden Webadresse ihr digitales Tagebuch verfassen, können über eine Labelsuchfunktion ähnliche Beiträge bei anderen Bloggern suchen. Gleichzeitig scheinen die Texte schneller und konsequenter in den Datenbestand von Google eingebunden zu werden.
Bis zum Verfassen dieses Beitrags hatte ich 1.007 Besucher in diesem Blog, die 1.305 einzelne Texte, die aktuelle Seite oder unter einem Label oder Monatsnamen Textzusammenstellungen anschauten. Die Statistiken des BlogCounters (u.a. sehr abwegige Google-Suchbegriffe und die ausgewiesene Aufenthaltszeit auf einer Seite) lassen mich vermuten, dass die Mehrzahl vermutlich Irrläufer waren. Wikipedia scheint immer noch nicht die Informationsquelle erster Wahl zu sein. Es gibt natürlich etliche Mängel in der digitalen Enzyklopädie, doch die mir vorliegenden Google-Suchbegriffe, die zu diesem Blog führten, wären dort ausführlicher beantwortet wurden.
Im BlogCounter werden regelmäßig SPAM-Absender und Absender mit den Top-Level-Domains .com, .net und anderer nicht länderspezifischer Kennung, die oftmals hinter den kuriosen Suchbegriffen stehen, gelöscht, um eine realistische Zahl der Lesenden zu erhalten. Der Zählerstand auf dieser Seite repräsentiert weniger als die Hälfte aller notierten Besucher.
Ich habe weiterhin meine regelmäßigen LeserInnen. Besonders sind hier die drei Autoren der befreundeten Blogs, verschiedenen Menschen, die ich im Rahmen des Europa-Kollegs kennen und schätzen gelernt habe und meine Schwester zu nennen. Dies zeigt sich deutlich in meinem Länderranking: Deutschland (581) – Tschechische Republik (71) – Österreich (43) – Schweiz (39) – Finnland (32) – Niederlande (15) – Frankreich (13).
Erfolgreiche individuelle Seiten, die nicht über Suchlabel oder Monatsübersichten eingesehen wurden, sind der Index zum Blog des Europa-Kollegs 2006 (30), meine genealogische Bemerkung zu meinen Vorfahren aus der Familie Meyer auf dem Rittergut Veerse (16) und allgemein zur Genealogie im Kirchspiel Scheeßel (11). Von meinen vielen Filmbesprechungen wurde nur Sofia Coppolas Marie Antoinette (15) häufig angeklickt (der Beitrag zu dem exzellenten Film Children of Men von Alfonso Cuaron verbuchte dagegen nur 4 Klicks). Meine Beiträge zum Rio Reiser-Abend (14) zum Trillke Trio (12) und zu Rangin (10) wurden ähnlich oft eingesehen, wie meine Etymologie der Wörter Kakerlake (11), Moin (11), Tschüss (10), Ciao (10). Mein Kommentar zu Schußwaffen in Deutschland (11) führt einige verwirrte Googlenutzer hoffentlich zur Quelle BKA.
Laatzen siegt deutlich gegen Braunschweig
(Archiv: 18. Februar 2007)
Und wieder mal saß ich am Beckenrand und genoss ein Wasserballspiel. Laatzen bestätigte seinen 2. Tabellenplatz in der 2. Liga Nord. Es war ein Spiel mit wenig Publikum. Lag es daran, dass sowohl in Hannover als auch in Braunschweig Faschingsumzüge durch die Städte zogen? Die vielleicht dreißig Personen schienen allesamt wegen Laatzen anwesend zu sein. Wenn eines der seltenen Tore für Braunschweig fiel war nur von der Auswechselbank ein Klatschen oder Jubeln zu hören.
Der Ball zum ersten Viertel wurde von Braunschweig erschwommen, dennoch war Laatzen von Anbeginn die Mannschaft, welche die Richtung vorgab. Das Abtasten in den ersten Minuten führte zu unglücklichen Torwürfen. Wenn ein Center frei vor dem Torwart steht und die Chance vergeigt, muss es einfach an den Anlaufschwierigkeiten liegen. Das es dann auch anders geht wurde bereits in der 3. Minute gezeigt ein schneller Vorstoß führte zu einen Pass auf Andreas Politze, der auch sofort abzog und damit das 1:0 erzielte. Martin Kirschnik erhöhte in der nächsten Minute auf 2:0. Im Gegenangriff verursachte Ramon Dohle ein Foul, dass mit einem Strafwurf geahndet wurde. Immer noch in der 4. Minute fiel damit das 2:1. Dieser persönliche Fehler wurde in der 8. Minute ausgeglichen. Während eines Angriffs von Laatzen machte sich bereits ein Spieler von Braunschweig auf den Weg für einen Konter und zog damit auch einen Spieler von Laatzen aus der Angriffsposition ab. Diese Auflockerung war für Laatzen von Vorteil und Ramon Dohle schloss diesen Angriff mit dem 3:1 ab.
Das zweite Viertel begann wie das erste, Braunschweig erschwamm sich den Ball, konnte hieraus aber keinen Vorteil gewinnen. Ein überragender Thomas Baier im Tor von Laatzen wehrte in dieser Situation, vorher und nachher die wenigen Torwürfe der Braunschweiger ab. Nun kam es zu einen doppelten Gegenzug. Alexander Knapp erhöhte auf 4:1 und Braunschweig gelang das erste erspielte Tor (4:2). Dies war sehenswert, da es ein unhaltbarer Aufsetzer kurz vor dem Tor war. In der 13. Minute wiederholte sich eine Sequenz aus dem 1. Viertel. Braunschweig zog für einen Konter einen Mann ab, der von einen Laatzener begleitet wurde und das Zuspiel im aufgelockerte Halbkreis der Laatzener wurde wieder mit einem Tor von Ramon Dohle zum 5:2 abgeschlossen. Die nächste Aktion ging vom Protokolltisch aus. Der schnelle, fruchtlose Wechsel der folgenden Angriffe beider Seiten führte dazu, das einmal die Zeit der Braunschweiger noch lief, während Laatzen bereits wieder im Angriff war. Die Sirene beendete diesen Angriff und die Schiedsrichter mussten eingreifen. Nach kurzem Gespräch und viel Lachen erhielt Laatzen den Ball und zwanzig Sekunden, aber der Elan war aus dem Angriff entschwunden. Bester Spieler war zu dieser Zeit der Laatzener Torwart Thomas Baier.
Laatzen scheint zur Zeit keinen guten Sprinter zu haben, denn auch zum dritten Viertel wurde der Ball von Braunschweig erschwommen. Ramon Dohle zeigte zu Beginn, warum er Kapitän ist. Er spielt auf vielen Positionen souverän, kontrollierte die Abwehr und verhinderte zweimal direkt vor dem Tor einen Wurf der Braunschweiger. Drei Mal wurde ein Angriff der Braunschweiger abgepfiffen. Die Spieler hatten offensichtlich Probleme ihre Kappen ordnungsgemäß zu sichern. Jedes Mal wurde der Ball aus den Wasser genommen und auf eine Korrektur gewartet. Keiner dieser wieder angepfiffenen Angriffe von Braunschweig führte zu einen Tor. Das nächste Tor war wieder für Laatzen als in der 21. Minute Martin Kirschnik zum 6:2 traf. Bereits eine Minute später wurde von Lukas Taplick auf 7:2 erhöht. Leider kam es in der 23. Minute bereits zum zweiten Strafwurf gegen Laatzen, der auch zum 7:3 vollendet wurde.
Laatzen erschwamm sich zum vierten Viertel den Ball. Es folgte ein kurioses Tor. Die Angriffszeit war bis auf sieben heruntergelaufen und die Braunschweiger und Laatzener machten sich bereits auf den Weg zum Laatzener Tor. Es waren nur noch zwei Spieler von Laatzen und drei Verteidiger vor dem Braunschweiger Tor und Jan Wirszins erhöhte zum 8:3. In der 26. Minute gab es das schönste Tor. Timo Lorenz war in der Centerposition und schlug eine Flanke, die von links kam unhaltbar ins Tor 9:3. Nur eine Minute später war es wieder Timo der erfolgreich zum Tor warf. Es war dies eines dieser Wembleytore, aber der zuständige Schiedsrichter stand in guter Position und sah den vom Torwart wieder herausgeschlagenen Ball bereits über der imaginären Linie und damit das 10:3. In der 29. Minute wurde Timo Lorenz als Center frei vor dem Tor von hinten in den Arm gegriffen und nun erhielt Laatzen einen Strafwurf. Alex Hachmeister durfte ausführen und es stand 11:3. Auch das nächste Tor basierte auf einen Strafwurf, nur diesmal gegen Laatzen und damit stand es in der 31. Minute 11:4. In der Schlussminute gab es dann noch ein absolut unnötiges Feldtor von Braunschweig. Doch dieses 11:5 wurde im letzten Moment durch einen weiteren Strafwurf für Laatzen von Björn Richter zum Endstand von 12:5 verändert.
Es war ein ungewöhnliches Spiel. Die Schiedsrichter pfiffen viel, aber auf Nachfrage wurde gesagt, dass alle fünf Strafwürfe wirklich berechtigt waren. Jeder durfte mal Richtung Tor werfen und neun Spieler konnten mindestens einen Treffer für sich verbuchen.
Spieler Nr. 2 Lukas Taplick, Nr. 4 Andreas Politze, Nr. 5 Alexander Knapp, Nr. 7 Jan Wirszins, Nr. 8 Timo Lorenz (2 Mal), Nr. 9 Alexander Hachmeister, Nr. 10 Björn Richter, Nr. 11 Ramon Dohle (2 Mal), Nr. 12 Martin Kirschnik (2 Mal)
- - - - - Vorherige Spielbericht - - - - -
11. Dezember 2006 WaBa Erwartete Niederlage von Laatzen gegen Spandau
Und wieder mal saß ich am Beckenrand und genoss ein Wasserballspiel. Laatzen bestätigte seinen 2. Tabellenplatz in der 2. Liga Nord. Es war ein Spiel mit wenig Publikum. Lag es daran, dass sowohl in Hannover als auch in Braunschweig Faschingsumzüge durch die Städte zogen? Die vielleicht dreißig Personen schienen allesamt wegen Laatzen anwesend zu sein. Wenn eines der seltenen Tore für Braunschweig fiel war nur von der Auswechselbank ein Klatschen oder Jubeln zu hören.
Der Ball zum ersten Viertel wurde von Braunschweig erschwommen, dennoch war Laatzen von Anbeginn die Mannschaft, welche die Richtung vorgab. Das Abtasten in den ersten Minuten führte zu unglücklichen Torwürfen. Wenn ein Center frei vor dem Torwart steht und die Chance vergeigt, muss es einfach an den Anlaufschwierigkeiten liegen. Das es dann auch anders geht wurde bereits in der 3. Minute gezeigt ein schneller Vorstoß führte zu einen Pass auf Andreas Politze, der auch sofort abzog und damit das 1:0 erzielte. Martin Kirschnik erhöhte in der nächsten Minute auf 2:0. Im Gegenangriff verursachte Ramon Dohle ein Foul, dass mit einem Strafwurf geahndet wurde. Immer noch in der 4. Minute fiel damit das 2:1. Dieser persönliche Fehler wurde in der 8. Minute ausgeglichen. Während eines Angriffs von Laatzen machte sich bereits ein Spieler von Braunschweig auf den Weg für einen Konter und zog damit auch einen Spieler von Laatzen aus der Angriffsposition ab. Diese Auflockerung war für Laatzen von Vorteil und Ramon Dohle schloss diesen Angriff mit dem 3:1 ab.
Das zweite Viertel begann wie das erste, Braunschweig erschwamm sich den Ball, konnte hieraus aber keinen Vorteil gewinnen. Ein überragender Thomas Baier im Tor von Laatzen wehrte in dieser Situation, vorher und nachher die wenigen Torwürfe der Braunschweiger ab. Nun kam es zu einen doppelten Gegenzug. Alexander Knapp erhöhte auf 4:1 und Braunschweig gelang das erste erspielte Tor (4:2). Dies war sehenswert, da es ein unhaltbarer Aufsetzer kurz vor dem Tor war. In der 13. Minute wiederholte sich eine Sequenz aus dem 1. Viertel. Braunschweig zog für einen Konter einen Mann ab, der von einen Laatzener begleitet wurde und das Zuspiel im aufgelockerte Halbkreis der Laatzener wurde wieder mit einem Tor von Ramon Dohle zum 5:2 abgeschlossen. Die nächste Aktion ging vom Protokolltisch aus. Der schnelle, fruchtlose Wechsel der folgenden Angriffe beider Seiten führte dazu, das einmal die Zeit der Braunschweiger noch lief, während Laatzen bereits wieder im Angriff war. Die Sirene beendete diesen Angriff und die Schiedsrichter mussten eingreifen. Nach kurzem Gespräch und viel Lachen erhielt Laatzen den Ball und zwanzig Sekunden, aber der Elan war aus dem Angriff entschwunden. Bester Spieler war zu dieser Zeit der Laatzener Torwart Thomas Baier.
Laatzen scheint zur Zeit keinen guten Sprinter zu haben, denn auch zum dritten Viertel wurde der Ball von Braunschweig erschwommen. Ramon Dohle zeigte zu Beginn, warum er Kapitän ist. Er spielt auf vielen Positionen souverän, kontrollierte die Abwehr und verhinderte zweimal direkt vor dem Tor einen Wurf der Braunschweiger. Drei Mal wurde ein Angriff der Braunschweiger abgepfiffen. Die Spieler hatten offensichtlich Probleme ihre Kappen ordnungsgemäß zu sichern. Jedes Mal wurde der Ball aus den Wasser genommen und auf eine Korrektur gewartet. Keiner dieser wieder angepfiffenen Angriffe von Braunschweig führte zu einen Tor. Das nächste Tor war wieder für Laatzen als in der 21. Minute Martin Kirschnik zum 6:2 traf. Bereits eine Minute später wurde von Lukas Taplick auf 7:2 erhöht. Leider kam es in der 23. Minute bereits zum zweiten Strafwurf gegen Laatzen, der auch zum 7:3 vollendet wurde.
Laatzen erschwamm sich zum vierten Viertel den Ball. Es folgte ein kurioses Tor. Die Angriffszeit war bis auf sieben heruntergelaufen und die Braunschweiger und Laatzener machten sich bereits auf den Weg zum Laatzener Tor. Es waren nur noch zwei Spieler von Laatzen und drei Verteidiger vor dem Braunschweiger Tor und Jan Wirszins erhöhte zum 8:3. In der 26. Minute gab es das schönste Tor. Timo Lorenz war in der Centerposition und schlug eine Flanke, die von links kam unhaltbar ins Tor 9:3. Nur eine Minute später war es wieder Timo der erfolgreich zum Tor warf. Es war dies eines dieser Wembleytore, aber der zuständige Schiedsrichter stand in guter Position und sah den vom Torwart wieder herausgeschlagenen Ball bereits über der imaginären Linie und damit das 10:3. In der 29. Minute wurde Timo Lorenz als Center frei vor dem Tor von hinten in den Arm gegriffen und nun erhielt Laatzen einen Strafwurf. Alex Hachmeister durfte ausführen und es stand 11:3. Auch das nächste Tor basierte auf einen Strafwurf, nur diesmal gegen Laatzen und damit stand es in der 31. Minute 11:4. In der Schlussminute gab es dann noch ein absolut unnötiges Feldtor von Braunschweig. Doch dieses 11:5 wurde im letzten Moment durch einen weiteren Strafwurf für Laatzen von Björn Richter zum Endstand von 12:5 verändert.
Es war ein ungewöhnliches Spiel. Die Schiedsrichter pfiffen viel, aber auf Nachfrage wurde gesagt, dass alle fünf Strafwürfe wirklich berechtigt waren. Jeder durfte mal Richtung Tor werfen und neun Spieler konnten mindestens einen Treffer für sich verbuchen.
SpVg Laatzen : Eintracht Braunschweig
12 : 5
( 3 : 1 – 2 : 1 – 2 : 1 – 5 : 2)
Tore für Laatzen:12 : 5
( 3 : 1 – 2 : 1 – 2 : 1 – 5 : 2)
Spieler Nr. 2 Lukas Taplick, Nr. 4 Andreas Politze, Nr. 5 Alexander Knapp, Nr. 7 Jan Wirszins, Nr. 8 Timo Lorenz (2 Mal), Nr. 9 Alexander Hachmeister, Nr. 10 Björn Richter, Nr. 11 Ramon Dohle (2 Mal), Nr. 12 Martin Kirschnik (2 Mal)
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11. Dezember 2006 WaBa Erwartete Niederlage von Laatzen gegen Spandau
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