Samstag, Januar 14, 2006

Diplo Dezember 2005

Seit heute ist die Januarausgabe der Le Monde Diplomatique an gut sortierten Kiosken und Bahnhofsbuchhandlungen zu haben und damit sind nun auch die Artikel der Dezemberausgabe im Internet frei zugänglich. Von der letzten Ausgabe möchte ich auf drei Artikel verweisen.

Der Mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes schreibt in seinem Lob des Romans oder Die Rettung der Wahrheit durch die Lüge einmal mehr über Don Quijote de la Mancha von Miguel de Cervantes Saavedra. Er versucht erklären, warum dieser Roman bis heute weiterhin regelmäßig in hoher Auflage verkauft wird.


Mohammed Harbi widmet sich den Nachwirkungen des Algerienkriegs. Es ist immer wieder erfrischend einen Perspektivenwechsel (hier die algerische Sichtweise) zu erlesen. Es geht u.a. um die Frage welche Interdependenzen bis heute zwischen Frankreich und Algerien bestehen.

Im Dezember sind endlich auch in der Diplo drei Artikel zu den Unruhen in Frankreich erschienen. Die deutsche Sicht in den Medien erschien mir oftmals höflich gesagt merkwürdig und war für mich ein Zeugnis dafür, dass selbst in der Gruppe der Journalisten viele noch nicht die deutsche Realität als Einwanderungsstaat begriffen haben oder nicht begreifen wollen. Ich denke dabei an das Heute Journal mit seinen Live-Schaltungen nach Berlin-Kreuzberg und den fast sehnsüchtigen Warten auf einen Knall in diesem angeblich türkisch dominierten Stadtteil.
Laurent Bonelli und Dominique Vidal liefern zwei französische Sichtweisen und Peter Loizos London ist nicht Paris. Das britische Modell - praktisch, belastbar, aber längst nicht ideal versucht zu erklären, warum die Unruhen in französischen Vorstädten dort und nur dort in dieser Form ausgebrochen sind und warum die Konflikte in anderen europäischen Staaten mit einem hohen Anteil von Einwanderern nicht diese Intensität entwickelten.

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